Dermatologie: Ferndiagnosen per Smartphone sind präzise

Hauterkrankungen und Ausschläge bei Kindern lassen sich telemedizinisch so präzise erkennen wie beim direkten Kontakt. Allerdings mit Ausnahmen.

, 13. Dezember 2017 um 09:00
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Wie weit ist Telemedizin möglich und sinnvoll? Einen neuen Input dazu gibt eine Gruppe von Dermatologen und Pädiatern aus Pennsylvania. Sie machten ein kleines Experiment mit Smartphone-Bildern von Ausschlägen bei Kindern: Insgesamt 40 Eltern sandten Fotografien der Haut ihrer Kleinen an die Dermatologie-Abteilung des Children’s Hospital of Philadelphia – und die Frage lautete nun: Wie häufig können die zuständigen Ärzte auf dieser Basis eine gute Diagnose stellen?
Antwort: Sehr häufig. Zu 83 Prozent erkannten die Mediziner die richtige Erkrankung. Wurden die Bilder – wie bei einer Subgruppe – sogar mit einer qualitativ höherwertigen Kamera aufgenommen, so trafen die Ärzte zu 89 Prozent ins Schwarze.
Die Kinder, Durchschnittsalter 7 Jahre, wurden nach Übersendung und Auswertung des Bildes noch zur persönlichen Kontrolle ins Spital gebracht; zuvor hatten die Ärzte einige persönliche Informationen zu den kleinen Fernpatienten erhalten. Und die Eltern waren mit einen Papier in die Handy-Fotografie eingewiesen worden.
Die Autoren um den Dermatologen Daniel M. O’Connor haben jedenfalls eine sehr deutliche «Conclusion»: «Smartphone-Fotografie der Eltern kann als akkurate Methode genutzt werden, um dermatologische Betreuung sicherzustellen» – «Parent-operated smartphone photography can accurately be used as a method to provide pediatric dermatologic care.»

Bleibt die Frage der Triage

Allerdings schwankte die Präzision doch auch: Muttermale wurden dabei zu 100 Prozent richtig erkannt, bei Alopezie war die Erfolgsquote dagegen nur bei 64 Prozent. Auch bei tieferliegenden Hautläsionen wie Knötchen und Zysten liess die Präzision nach.
Die «Deutsche Apotheker-Zeitung» bemerkte dazu, dass damit also die Frage im Raum bleibt, «wann eine Ferndiagnose tatsächlich angebracht ist und wie eine „Vorauswahl“ der Patienten zu rechtfertigen ist». Aber immerhin: Dringende Fälle könnten so früher erkannt werden und schneller einen Termin erhalten.
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