«Meineimpfungen»: «Praktikable» Lösung gefunden

Immerhin: Nutzer des elektronischen Impfbüchleins sollen nun wieder Zugriff auf ihre Daten bekommen oder diese wenigstens löschen lassen können.

, 10. September 2021, 11:23
image
  • impfung
  • meine impfungen
  • bundesamt für gesundheit
  • datenschutz
Es fehle ihr an finanziellen Mitteln, sie könne die Plattform für elektronische Impfausweise nicht mehr betreiben, hatte die Stiftung «meineimpfungen» zuletzt mitgeteilt. In der Stellungnahme hiess es: «Die aktuell noch offenen Auskunfts- und Löschbegehren können leider nicht mehr beantwortet werden, was die Stiftung zutiefst bedauert.» Für einen Zugriff auf die Daten suche sie aber gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Datenschützer eine Lösung.

Lösung ist da, aber wie diese genau aussieht, ist noch immer unklar

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger, der in seinem Schlussbericht zur Impfplattform gravierende Sicherheitsprobleme geortet hat, bestätigt nun gegenüber SRF: «Es ist eine praktikable Lösung gefunden, diese liegt auf dem Tisch.» Allerdings ist immer noch unklar, wie diese genau aussieht.
Gemäss Lobsiger soll es ein pragmatischer und gleichzeitig sicherer Weg sein, der die rasche Beantwortung von Lösch- und Auskunftsbegehren erlaube. Das BAG äussert sich derzeit nicht dazu, wie SRF schreibt.

Keine Funktionalität, die Rückschlüsse erlauben würde

Der Datenschutzexperte spricht von technischen Mängeln, die «sehr schwerwiegend waren und das gesamte Angebot der Plattform betrafen». Weder die Plattform noch einzelne Komponenten davon hätten sicher betrieben werden können. Sein Befund gelte insbesondere für das Modul «myCOVIDvac» für den Covid-Impfnachweis. Dabei hatte das BAG mit der Plattform zusammenarbeiten wollen.
Wurden tatsächlich Daten abgegriffen oder gar manipuliert oder hat es entsprechende Versuche dazu gegeben? Gemäss Lobsiger sei dies aus heutiger Sicht nicht einmal mehr rekonstruierbar. Die Plattform verfüge über keine Funktionalität, die entsprechende Rückschlüsse erlauben würde. Dabei wäre das eigentlich Standard.
«Wenn Gesundheitsdaten bearbeitet werden, müssen sich Gesundheitsbehörden genauso verantwortlich fühlen, wie wenn sie diese selbst bearbeiten würden», findet der Datenschutzexperte. Er gesteht aber auch ein, dass angesichts der Pandemie alle Beteiligten unter Druck gestanden seien.
Die Stiftung «meineimpfungen» hat gemäss SRF keine Stellung nehmen wollen. Sie akzeptiert aber die Empfehlungen des Datenschützers, wie dieser in seinem Schlussbericht schreibt.
Lesen Sie auch: Keine Auskunft mehr von «meineimpfungen» 
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Pfizer will in der Schweiz Zulassung für Omikron-Impfstoff

Der Pharmakonzern hat bei Swissmedic einen Antrag auf Zulassungserweiterung des Covid-19-Impfstoffs Comirnaty gestellt. Das bivalente Vakzin soll gegen Omikron schützen.

image

Corona: Sonderermittlung gegen Bund und Ringier

Gibt es einen direkten Draht zwischen dem Bundeshaus und dem Medienhaus Ringier in Zürich? Dieser Frage soll der ehemalige Zürcher Oberrichter Peter Marti nachgehen.

image

Alain Berset ist «der Magistrat mit der besten Presse»

Eine Schweizer Tageszeitung zieht Bilanz unter den Bundesräten und erklärt, weshalb der Gesundheitsminister machen kann was er will und der Aussenminister nicht.

image

Das Produkt von Astrazeneca hilft nicht nur präventiv

Das BAG beschafft weitere Dosen des Arzneimittels Tixagevimab/Cilgavimab von Astrazeneca. Das Produkt soll nicht nur bei präventivem Gebrauch von Nutzen sein.

image

Affenpocken: Infektionen müssen jetzt gemeldet werden

Infektionen mit dem Affenpockenvirus nehmen weltweit zu. Ab morgen Mittwoch ist die Infektionskrankheit in der Schweiz meldepflichtig.

image

Bund rät über 80-Jährigen und Gesundheitsprofis zu einem Booster

Das BAG und die EKIF haben die Impfempfehlungen für den Sommer aktualisiert. Auch für den Herbst gibt es eine neue Empfehlung, die sich vor allem an das Gesundheitspersonal richtet.

Vom gleichen Autor

image

«Ich brauchte nach der Pause mindestens drei Jahre»

Daniela Fürer arbeitete rund eineinhalb Jahre als Intensivpflegefachfrau, dann wurde sie Mutter und machte eine lange Pause – bis zum Wiedereinstieg.

image

Quereinstieg Pflege: Hunger auf beruflichen Neubeginn

Der Rucksack von Annette Gallmann und Peter Kienzle ist gefüllt mit allerhand Arbeits- und Lebenserfahrung. Die 47-jährige Gastronomin und der 52-jährige Art Director machen die Ausbildung HF Pflege.

image

Hat das Stethoskop auf Arztfotos seine Berechtigung?

Ärztinnen und Ärzte werden fast immer mit einem Stethoskop um den Hals abgelichtet. Braucht’s das? Und: Ist das medizinische Diagnoseinstrument überhaupt noch zeitgemäss?