Dank Picasso & Co. zu einem besseren Arzt

Immer mehr Medical Schools in den USA bieten ihren Studierenden Kurse im Fach Kunst an. Das Ziel: Bessere Ärzte auszubilden.

, 11. Dezember 2017, 11:04
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Beobachten, beschreiben, kommunizieren: Alles wichtige Fähigkeiten, die ein Arzt oder eine Ärztin benötigt. Oftmals fehlt den angehenden Medizinern aber offenbar die Beobachtungsgabe, beklagen die Universitäten. 
Um diese Skills zu trainieren, bieten in den USA eine Reihe von Medical Schools ihren Studierenden spezielle Trainings an. Und zwar in Form von Kunstbeobachtungs-Kursen im Museum, wie das Beispiel der Universität Pennsylvania School of Medicine zeigt. 
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Medizinstudierende betrachten ein Kunstwerk | Penn Medicine

Besser beobachten

Dort trainieren die angehenden Ärzte im vierten Jahr, Kunstwerke aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Verantwortlichen möchten, dass die Medizinstudierenden beobachten lernen, bevor sie zu interpretieren beginnen.
«Das ist kein Kunstgeschichtskurs», sagt Suzannah Niepold vom Philadelphia Museum of Art. Hier lernen Studierende Techniken und wesentliche Fähigkeiten, die sie direkt in der klinischen Praxis anwenden können. 
Jaclyn Gurwin et al. «A Randomized Controlled Study of Art Observation Training to Improve Medical Student Ophthalmology Skills», in: «Ophtalmology», September 2016.

Effektivität in Studie nachgewiesen

Dass Kunsttrainings helfen, bessere klinische Beobachter und somit bessere Ärzte zu werden, zeigt auch eine Studie der Universität von Pennsylvania und des Philadelphia Kunstmuseums: Demnach verbesserten Kunstschulungen die Beobachtungsfähigkeiten von Medizinstudierenden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe signifikant. 
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