Medgate in Deutschland ausgezeichnet

Das Unternehmen Medgate erhielt von der Eugen Münch-Stiftung einen Sonderpreis für seine Vorreiterrolle in der Telemedizin.

, 29. November 2016 um 08:49
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Die Arbeit des telemedizinischen Zentrums Medgate sei vorbildlich und könnte dem deutschen Gesundheitswesen wertvolle Impulse geben, so die Jury an der Verleihung des diesjährigen Eugen Münch-Preises. Medgate wurde mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.
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Andreas Bogusch von Medgate (zweiter v.l.) nimmt den Sonderpreis entgegen (PD)

Begründung der Jury

«Wer an einem Freitagnachmittag in Berlin einen Hausarzt aufsuchen will, telefoniert fast nur noch mit Anrufbeantwortern – die meisten Praxen sind bereits geschlossen. An einem Samstag muss man es schon gar nicht mehr versuchen – es bleiben nur Notdienste oder die Notaufnahme eines Krankenhauses. Dabei mangelt es in Berlin nicht an Ärzten, sondern an flexiblen Angebotsstrukturen.
In unserem Nachbarland Schweiz gibt es dieses Problem nicht. Hier können Patientinnen und Patienten 24 Stunden pro Tag und an sieben Tagen in der Woche direkt mit einem Arzt oder einer Ärztin telefonisch Kontakt aufnehmen. Und in 50 Prozent der Fälle – und dies sind immerhin 5'000 Fälle pro Tag – können die Probleme abschliessend gelöst werden, es muss kein weiterer Arztkontakt stattfinden.
Wie bei vielen Innovationen ist das Angebot nicht nur patientenorientierter, sondern gleichzeitig günstiger. Medgate postuliert Kosteneinsparungen von 10 bis 17 Prozent – und das bei einer Fehlerquote, die deutlich niedriger ist als in normalen Arztpraxen. Und dies nicht erst seit gestern, sondern bereits seit vielen Jahren!»
Die deutsche Stiftung Münch verleiht jährlich einen Preis für innovative Ideen und wegweisende wissenschaftlich Arbeiten, die das Gesundheitssystem und die öffentliche Gesundheitsversorgung zukunftsfähig machen. Die Preise sind insgesamt mit 50’000 Euro dotiert.
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