Liechtenstein: Gesundheitsminister pocht auf Tarmed

Auch nach der überarbeiteten Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz hält die Ärztekammer am «Nicht-OKP-Status» fest. Mit einer Ausnahme.

, 22. Dezember 2016, 09:57
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Und zwar werden die Ärzte ihre Rechnungen auf Wunsch des Liechtensteinischen Krankenkassenverbandes (LKV) künftig direkt den Versicherern und nicht wie angekündigt den Patienten zustellen.
Trotzdem möchte die Ärztekammer per 1. Januar 2017 weiterhin nicht nach Tarmed abrechnen (mehr dazu hier). Die Ärzteschaft bedauert in einer Mitteilung, dass sich der offene Austausch mit Regierungschef Adrian Hasler «nicht widerspiegelt». Die Liechtensteinische Ärztekammer sei weiterhin offen für Gespräche.

Von Ärzten gefordert, von Patienten gewünscht

Die Antwort von Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini liess nicht lange auf sich warten: In einer Stellungnahme nimmt er die ablehnende Haltung der Ärztekammer zur Kenntnis. Die Ärztekammer sei zu keinen nennenswerten Konzessionen bereit, heisst es. Diese Haltung werde bedauert.
In der Mitteilung fordert Mauro Pedrazzini deshalb alle Ärzte in Liechtenstein auf, ab dem Jahreswechsel den Tarmed-Tarif flächendeckend anzuwenden. Es wäre zudem «wünschenswert, dass die Patienten ihrem Arzt erklären, dass sie ab dem 1. Januar 2017 eine Rechnung im Tarmed erwarten».

Mitteilung der ÄrztekammerMitteilung Ministerium für Gesellschaft 

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