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«Ich glaube, diese Investition muss ein Spital machen»

Dr. med. Andrea Müller Reid, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe, erklärt, warum das Kantonsspital Uri in neuartige Simulation investiert. Und dass Chefärzte profitieren, Staatsabgänger, Patienten und Arbeitgeber.

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Das Kantonsspital Uri (KSU) hat einen top-modernen Laparoskopie-Simulator (LAP Mentor von Simbionix) angeschafft und verspricht sich einen grossen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten sowie die Ärztinnen und Ärzte. Die Chefärztin Dr. med. Andrea Müller Reid beantwortet Fragen zum Nutzen und den Kosten. Und sie erklärt, warum der Weltklassefussballer Cristiano Ronaldo ein Vorbild für diese medizinische Simulation ist.
Was war der Auslöser, um nun in einen Simulator zu investieren?
Dr. med. Andrea Müller Reid: Zum einen wollte ich selbst mehr üben und dafür nicht mehr extra anderswohin reisen. Zum andern fiel mir auf, dass auch andere im Kantonsspital Uri profitieren könnten. Ich formulierte einen Business Case. Dieser zeigte auf, dass unsere Staatsabgänger in der Chirurgie und Gynäkologie während ihrer zwei Jahre bei uns nicht oft die Chance erhalten zu operieren, weil es viel Zeit braucht, ihnen alles am Patienten beizubringen. Damit wird ein Simulator zukunftsweisend. Er ist gut für unsere Assistenzärzte, aber auch für unsere Oberärzte und Fachärzte. Er ist auch perfekt für Patientinnen und Patienten, weil sie nur von jemandem operiert werden, der es beherrscht. Und ich hatte das Glück, dass der Spitaldirektor und der Chefarzt Chirurgie den Plan unterstützten.
Beginnen wir beim Nutzen für Auszubildende. Es gibt viele Studien und Aussagen von Spitälern, die besagen: Dank moderner Simulation wird die Lernkurve viel steiler und die Patientensicherheit erhöht. Stimmt das?
Ja, das stimmt massiv. Wir operieren in der Gynäkologie acht bis zehn Patientinnen pro Woche. Die Mehrheit dieser Operationen kann ein Anfänger nicht machen und diejenigen laparoskopischen Operationen, welche er machen kann sind eher selten. Entsprechend beginnt ein Anfänger eigentlich bei jeder Operation wieder bei Null. Am Simulator hingegen können sie jeden Tag üben. Meine Assistenzärztin hat beispielsweise soeben zum ersten Mal selbst operiert und sie konnte dank dem Simulator sicher mit den Instrumenten die Gewebe fassen, sie ging an den richtigen Ort und wusste, wo sie sich im Bauch befindet und die Abläufe waren drin.
Und die Patientensicherheit wird erhöht, weil wir nur diejenigen an die Patienten lassen, welche die Schritte und möglichen Komplikationen kennen.
Studien untersuchten auch psychologische Aspekte. Die Lernenden können mit den realistischen Simulationen die Folgen ihres Handelns besser verstehen und seien besser sensibilisiert für Fehlervermeidung. Was sagen Sie dazu?
Wenn man dies unter «psychologisch» einordnet, dann stimmt es. Denn die Assistenzärzte erkennen die Folgen, wenn sie einen Fehler machen. Die Maschine zeigt «Achtung es blutet» oder «der Harnleiter ist durchtrennt». Der Respekt ist bei richtigen Patienten grösser, aber auch an der Maschine will man keine Fehler machen. Wie bei einem Game will man immer besser werden und dass die Maschine irgendwann sagt, «das war perfekt!». Und der Respekt vor Patienten steigt, weil Lernende erkennen, dass man jeden Schritt viele Male üben muss, bis man ihn beherrscht.
Eine These: Realismus, beispielsweise das Verhalten des Gewebes, ist wichtig für den Lernerfolg. Wie realistisch ist Ihr Simbionix-Lap-Mentor?
Eine Live-Operation und eine am Computer sind unterschiedlich. Man sieht am Simulator die ganze Anatomie, zudem sind das Ziehen und Stossen an den Strukturen wie die Bewegung der Gebärmutter sehr realistisch. Dies ist sehr wichtig. Es ist nicht eins zu eins die Realität, aber es geht ja ums Arbeiten, ums Üben und dafür ist er toll. Anfänger sind immer sofort begeistert. Früher übten wir an einem Schwamm und mit einem Schweinefuss. Der Simulator ist das Maximum!
Was bringt es, dass Sie mit Ihrem Simulator rasch objektive Leistungsbeurteilungen erhalten? Hilft das Lernenden und Ausbildern?
Die Objektivität ist gut, weil der menschliche Faktor immer mitspielt. Sie hilft dem Übenden ebenso wie dem Supervidierenden. Die Übenden merken, wo sie sich noch verbessern können und erfahren, dass sie manchmal nur sehr feine Dinge ändern müssen, um besser zu werden. Es ist manchmal besser, wenn man etwas selbst herausfinden kann. Und die Benchmarks zeigen ihnen, dass sie dranbleiben müssen. Ich persönlich schaue beim Üben zu und konzentriere mich auch auf die Benchmarks.
Wir haben nun von Anfängern gesprochen. Sie sind Chefärztin und erfahrene Fachärztin. Und doch haben Sie den Laparoskopie-Simulator auch für sich angeschafft. Sagen Chefärzte oder Oberärzte nicht oft ‹Was kann ich am Simulator noch lernen›?
Manche haben dieses Gefühl. Aber wenn sie sich auf den Simulator einlassen, erkennen sie dessen Nutzen, weil sie in Details besser werden möchten. Bedenken sie: Auch Weltklassefussballer wie Cristiano Ronaldo trainieren immer! Für uns Ärzte gilt dasselbe. Ich glaube, es würde jedem Chefarzt gut tun, einmal an einen Simulator zu gehen.
Eine These, die keinen medizinischen Nutzen verspricht: Gerade die jüngere Generation kann man mit diesen High-Tech-Tools besser abholen, weil sie damit aufgewachsen ist.
Die jüngere Generation lernt sicher viel lieber mit Videos und ist begeistert vom Simulator. Und jeder Arzt, der operativ tätig sein will, findet es cool, wenn er mit den Händen arbeiten kann. Gerade die Jüngeren freuen sich, weil sie am Simulator viel mehr machen können als es sonst möglich wäre. Hätte man mir vor 25 Jahren diesen Simulator hingestellt, ich wäre begeistert gewesen.
Zweite These: Der Einsatz von modernen Simulationen erhöht die Attraktivität Ihres Spitals als Arbeitgeber.
Langfristig ja. Wir haben den Vorteil, dass wir ein kleines Spital sind und eine gute Atmosphäre haben, aber wir haben den Nachteil, dass wir in Altdorf etwas ab vom Schuss liegen. Der Simulator ist noch neu, ist aber fix in den Arbeitszeiten der Assistenten integriert, wir können sie anleiten und in der Chirurgie läuft es schon sehr gut. Wenn ein Staatsabgänger uns verlässt und an ein grosses Haus geht, dann hat er vielleicht nicht häufig am Patienten operiert, aber man wird sofort erkennen, er weiss genau, was er macht.
Bei diesen neuartigen Simulatoren stellt sich auch die Kostenfrage. Seitens Anbieter heisst es: Sie sind kosteneffizient, wenn sie richtig eingesetzt werden. Was sagen Sie?
Das ist eine schwierige Frage. Es fragt sich, ob immer alles kosteneffizient sein muss. Wir reden hier ja von Ausbildung, von Fort- und Weiterbildung. Natürlich soll man das Geld nicht aus dem Fenster werfen, und es fliesst auch nicht von alleine. Aber dieser Simulator ist gewinnbringend im Hinblick auf die Patientensicherheit, die Patientenzufriedenheit, Mitarbeitendenzufriedenheit, und die Fähigkeiten der Ärzte werden sich massiv verbessern. So werden sich die Kosten über die Jahre hinweg auszahlen. Ich glaube, diese Investition muss ein Spital machen.
Zur Person
Dr. med. Andrea Müller Reid ist seit 2016 Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe am Kantonsspital Uri und Fachärztin Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt operative Gynäkologie.
Modernste Simulation für die Aus- und Weiterbildung
Am KSU ist der hochmoderne LAP Mentor Simulator von Simbionix/Surgical Science erfolgreich im Einsatz, der für das Laparoskopie-Training in verschiedenen Disziplinen entwickelt wurde. Immer mit chirurgischen Meinungsführern, medizinischen Gesellschaften und Pädagogen.
Reavita AG ist seit dem Jahr 2000 spezialisiert auf Simulation, Diagnostik und Reanimation. Das Zürcher Unternehmen bietet Simulatoren von Simbionix/Surgical Science und Gaumard und kann auf mehrere tausend treue Kunden aufbauen.
Mehr zum LAP Mentor und Reavita AG
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