Hepatitis C: Bund lockert Vergütung

Bestimmte Patientengruppen erhalten teure Medikamente wie Sovaldi und Harvoni neu von der Grundversicherung bezahlt. Gleichzeitig werden die Therapien leicht billiger.

, 27. April 2017, 09:45
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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weitet die Vergütung der modernen Arzneimittel gegen Hepatitis C per 1. Mai 2017 auf weitere Patientengruppen aus. 
Neu können bestimmte Patientengruppen, bei denen die Krankheit schneller fortschreitet oder das Übertragungsrisiko erhöht ist, ohne Einschränkung behandelt werden, immer bezahlt von der Grundversicherung. 
Konkret handelt es sich um Patientinnen und Patienten, die sich auch mit dem HI-Virus und/oder dem Hepatitis-B-Virus infiziert haben sowie intravenös Drogenkonsumierende. Die Vergütung wird zudem auch auf Patientinnen und Patienten ausgeweitet, bei denen eine erste Therapie erfolglos verlaufen ist und die dringend eine weitere Behandlung benötigen.
Betroffen sind unter anderem die Medikamente Sovaldi und Harvoni von Gilead. 

Preise leicht gesenkt

Bisher waren die Krankenkassen nicht verpflichtet, diesen Patienten eine Therapie mit den Arzneien zu vergüten. 
Gleichzeitig konnte sich das BAG mit den Herstellern auf «gewisse Preissenkungen» einigen, wie die Behörde in einer Mitteilung schreibt. Sie werde weiterhin mit den Pharmaunternehmen im Gespräch bleiben. 
Umfassende neue Massnahmen gegen die Verbreitung von Hepatitis C in der Schweiz sind laut BAG nicht notwendig. 
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