Nach Arztpraxiskontrolle wurde Heilmittelinspektor freigestellt

Entgegen der Weisung des Kantons hat der Zuger Heilmittelinspektor eine Arztpraxis kontrolliert. Er stellte Mängel fest und verzeigte danach den Arzt, den Kantonsarzt und den Gesundheitsdirektor. Das hatte Folgen für ihn.

, 14. August 2020, 06:30
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Seine Aufgabe ist es unter anderem, die richtige Verwendung und Abgabe von Medikamenten in Praxen zu prüfen. Lukas Cap ist seit 2007 Zuger Heilmittelinspektor. In einem Fall Ende Juli habe die kantonalen Gesundheitsdirektion, für die er arbeitet, eine Kontrolle verhindern wollen. Nachdem Cap die Kontrolle trotzdem durchführte und dabei Mängel feststellte, reichte er gegen den Kantonsarzt Rudolf Hauri und den Gesundheitsdirektor Martin Pfister Strafanzeige ein, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Auch gegen den Inhaber der Arztpraxis reichte er eine Klage ein. Vorwürfe:  Verstösse gegen Heilmittel-, Betäubungsmittel- und Gesundheitsgesetz. Die Zustände in der Praxis seien kritisch und gesundheitsgefährdend.
Und nun? Nun wurde Cap freigestellt, wie die «Luzerner Zeitung» weiter berichtet. Sein Diensttelefon und seine Mailadresse wurden gesperrt.

Offene Fragen

Als Gründe  für die Freistellung werden in einem internen Schreiben gemäss dem LZ-Artikel Caps Verhalten im «Zusammenhang mit der von ihm für den 30.7.2020 geplanten Inspektion» genannt - und die von Cap eingereichten Strafanzeige. Wegen diesen sie die «Vertrauensgrundlage zerrüttet».
Wollte der Kanton die Kontrolle mutmasslich verhindern - und wenn ja, weshalb? Gegenüber den Medien wollte der Kanton keine Auskunft geben.
Cap teilte der «Luzerner Zeitung» derweil mit, er werde «weiter für das Wohl der Zuger Bevölkerung, die Wahrheit und die Gerechtigkeit zu kämpfen». Affaire à suivre.
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