Freiburger Spital (HFR) rutscht noch tiefer in die Verlustzone

Das Defizit für 2017 wird deutlich höher ausfallen als budgetiert. Und die Aussichten sind nicht besser.

, 12. September 2017, 08:29
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Die finanzielle Lage des Hôpital fribourgeois (HFR) wird immer kritischer. In einem Brief an die Mitarbeitenden, welcher der Zeitung «La Liberté» vorliegt, schlägt Spitaldirektorin Claudia Käch Alarm: Das Defizit fürs Geschäftsjahr 2017 werde nicht wie budgetiert auf 7,9 Millionen, sondern auf 12 Millionen Franken zu stehen kommen. Schon das Geschäftsjahr 2016 war mit einem Minus von 7 Millionen Franken tiefrot. 
In der Zeitung «La Liberté» (paywall) führt Verwaltungsratspräsident Philippe Menoud die steigenden Verluste vor allem auf tiefer als erwartet ausgefallene stationäre Einnahmen sowie Investitionen im Zusammenhang mit dem Standort Meyriez-Murten zurück. Wobei er das Defizit im Gegensatz zur Direktorin eher bei 10 als bei 12 Millionen Franken veranschlagt. 

Spital «eingeklemmt»

Ein Dauerproblem für das HFR sind die hohen Personalkosten, die 70 Prozent der gesamten Aufwendungen ausmachen. Menoud sieht das Spital «eingeklemmt» zwischen staatlich verordneten Lohnautomatismen und sinkenden Tarifen. 
Die Aussichten sind nicht besser: Durch die Senkung der ambulanten Tarife werden 2018 Mindereinnahmen in der Grössenordnung von 13 Millionen Franken erwartet. Derzeit werden laut Menoud das Budget 2018 und mögliche weitere Kostensenkungsmassnahmen evaluiert, Einzelheiten nennt er aber keine. Klar sei, dass das HFR an einer Wegscheide stehe. 

«Kein halbes Spital»

Die Geldknappheit am HFR wirft die Frage auf, ob dadurch der geplante Spitalneubau gefährdet sei. Für Menoud ist klar: «Wir können kein halbes Spital bauen». Falls die nötigen Mittel nicht selber erwirtschaftet werden könnten, brauche es neue Unterstützung. Mehr denn je ist das Freiburger Spital auf die Hilfe des Kantons angewiesen.  
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