Ehemalige Ärzte sind bessere Fondsmanager

Quereinsteiger, die vorher in einer anderen Branche arbeiteten, erzielen als Portfoliomanager höhere Renditen – zum Beispiel ehemalige Ärzte. Dies zeigt eine Studie der Universität Hohenheim.

, 15. März 2018 um 15:10
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Rund zehn Prozent der Fondsmanager haben vor ihrer Karriere bei Fondsgesellschaften in völlig anderen Berufen gearbeitet. Und genau diese Vorerfahrungen ist bei der Auswahl gewinnträchtiger Aktien von Nutzen. Dies haben Forscher der Universitäten Hohenheim in Stuttgart, Köln und der Mason School of Business in den USA herausgefunden.
Demnach sind Quereinsteiger offenbar die besseren Fondsmanager – wobei sich dies auf die Branche ihres Hintergrunds beschränkt. «Ein ehemaliger Arzt wählt zum Beispiel Pharmaaktien mit einer deutlich höheren Performance aus», sagt die Ökonomin Monika Gehde-Trapp.

Schneidet bei Pharma besser ab als bei Automobilaktien

Um zu prüfen, ob etwa der ehemalige Arzt Pharmapapiere besser auswählen kann, haben die Forscher die Probanden nicht mit Kollegen verglichen, die schon immer im Fondmanagement tätig waren. Es könne schliesslich auch sein, dass jemand, der solch einen Branchenwechsel schaffe, insgesamt hohe individuelle Fähigkeiten besitze, so die Argumentation.
«Stattdessen untersuchten wir, ob er im Pharmabereich besser abschneidet als zum Beispiel bei Automobilaktien», erklärt Gehde-Trapp. Das sei eindeutig der Fall, so die Expertin. «In anderen Sektoren schneiden die Quereinsteiger genauso gut ab wie die anderen Kollegen.»

Holen Sie einen Arzt in das Team

Für die Fondsgesellschaften birgt das Chancen, sie können das spezielle Wissen nutzen: «Wir haben festgestellt, dass die Quereinsteiger in einem Team Trendsetter sein können. Denn wenn der Arzt Pharmaaktien kauft oder abstösst, folgen die Kollegen nach einer Weile seinen Empfehlungen», sagt Gehde-Trapp.
Die Fondsgesellschaft könne demnach durch kluge Neueinstellungen die Gesamtleistung verbessern. «Vor allem bei Sektorfonds kann man sicherlich mit einer Steigerung der Rendite rechnen, wenn ein solcher Spezialist im Team ist.»

130 Personen aus 30 Branchen analysiert

Für ihre Studie haben die Forscher Fondsmanager gesucht, die als Einzelmanager für Investmentfonds verantwortlich sind, sodass die erzielten Renditen direkt der Person zuzuordnen sind. Sie durchforsteten das Internet und auch die sozialen Medien nach Lebensläufen dieser Personen und fanden bei rund einem Zehntel einen Bruch im Lebenslauf.
In die nähere Betrachtung kamen so 130 Personen, die für einen repräsentativen Querschnitt der US-Aktienfonds tätig sind und zuvor in 30 verschiedenen Branchen gearbeitet haben.

Gilt nur für Ex-Ärzte

Eine Einschränkung gibt es jedoch: «Unsere Analyse bezieht sich ausschliesslich auf professionelle Fondsmanager.» Wenn Privatleute in Branchen investierten, in denen sie noch beruflich tätig seien, falle das Ergebnis meist sehr schlecht aus.
Viele glauben offenbar, sich in der eigenen Branche auszukennen, seien aber zu wenig selbstkritisch. «Wenn also der Arzt noch als Arzt arbeitet, dann sollte man lieber nicht auf seine Investment-Tipps bauen», so das Fazit der Ökonomin.
  • Mehr Rendite: Quereinsteiger sind bessere Fondsmanager – in ihrer Ex-Branche.
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