Das waren 2020 die drei wichtigsten Personen im Gesundheitswesen

Unsere Leserinnen und Leser haben entschieden: Das sind die drei bedeutendsten Personen in der Gesundheitsbranche.

, 31. Dezember 2020 um 07:35
image
Medinside hat bei seinen Leserinnen und Lesern im Rahmen einer Umfrage folgende Frage gestellt: «Wer gehörte 2020 Ihrer Meinung nach zu den bedeutendsten Protagonisten des Schweizer Gesundheitswesens?» Jede teilnehmende Person konnte ihren Favoriten oder ihre Favoritin nennen. Es haben mehr als 4000 Personen an der Umfrage teilgenommen.
Zur Auswahl standen unter anderem Spitaldirektoren, Verbands-Präsidentinnen, Chefärzte, eine Chefbeamtin und ein Bundesrat. Wer auf den Rängen vier bis zehn klassiert ist, können Sie in diesem Artikel nachlesen, der am Mittwoch publiziert worden ist. Folgende Personen belegen die Podestplätze - in aufsteigender Reihenfolge:
Der Medinside-Award 2020 wird unterstützt durch Johnson & Johnson

Platz 3: Adrian Schmitter

«Die Schweiz täte gut daran, den Ärzten wieder mehr Wertschätzung entgegen zu bringen. Sonst finden Spitäler bald keine Chefärzte mehr»: So äusserte sich Adrian Schmitter, Spitaldirektor des Kantonsspitals Baden (KSB), in einem Gastbeitrag auf Medinside.
image
Adrian Schmitter | PD
Er stört sich daran, dass Chefärzte oft als Abzocker an den Pranger gestellt werden. Der 61-Jährige hat am Kantonsspital Baden ein neues Lohnsystem eingeführt, welches von den Kaderärzten ohne grosses Aufheben akzeptiert wurde.
Die patientenabhängigen Honorare wurden gestrichen und der Fixlohn-Anteil zulasten des variablen Teils erhöht.
In einem öffentlichen Spital sei volle Präsenz und vor allem Bereitschaft während 24 Stunden an 365 Tagen gefordert, betont Schmitter. «Vergessen Sie also das Klischee vom Chefarzt, der über Mittag Golf spielt und sich am Freitag in sein Feriendomizil verabschiedet.»

Platz 2: Yvonne Ribi

«Wir tun alles, um alle Erkrankten zu pflegen, aber wir schaffen es nicht, wenn sich die Bevölkerung nicht an die Weisungen des Bundesrats hält.» Mit diesem dringenden Appell richtete sich Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer SBK, im März an die Schweizerinnen und Schweizer.
image
Yvonne Ribi | PD
Und mit diesem Aufruf stand sie dieses Jahr nicht zum letzten Mal im Rampenlicht. Immer wieder appellierte sie an die Bevölkerung und zeigte auf, dass die Gesundheitsfachpersonen schon in normalen Zeiten am Anschlag arbeiten, wegen der Pandemie aber noch zusätzlich in Bedrängnis geraten.
Doch nicht nur die Bevölkerung nahm sie in die Pflicht, sondern auch die Politik. Nach der Krise seien Investitionen in die Pflege unerlässlich. Yvonne Ribi wird auch im kommenden Jahr am Ball bleiben müssen: Sie fordert eine Ausbildungsoffensive, damit es auch in Zukunft genügend Pflegefachpersonen gibt. Und sie verlangt auch Massnahmen, um das Pflegepersonal länger im Beruf zu halten.

Platz 1: Pietro Vernazza

Der Infektiologe am Kantonsspital St. Gallen musste dieses Jahr viel einstecken: Viel Lob für seine menschliche Art und seine behördenkritische Haltung - aber auch viel Kritik. Als «Durchseuchungsvertreter» wurde er gebrandmarkt. Oder als «Prophet der Pandemie», weil er sich dem wissenschaftlichen Konsens zur Corona-Pandemie entgegenstelle.
Er findet: Beim Auftreten einer neuen Erkrankung ist es fast unmöglich, alle Details zu kennen. Deshalb müsse die Wissenschaft fortlaufend infrage stellen und Hypothesen formulieren, die später wieder verworfen werden können. In kleinen Schritten bringe uns das der Wahrheit näher.
image
Pietro Vernazza | PD
Debatten im Elfenbeinturm führen seiner Ansicht nach kaum zu Lösungen. Entscheidend sei, dass wir Fragen stellen. Dabei dürften wir nicht davon ausgehen, dass alles, was gesagt werde, auch richtig sei.
Seit Beginn der Epidemie vertrat Pietro Vernazza die Haltung, dass wir längerfristig einen Umgang mit der Krankheit finden müssen, der evidenzbasiert ist und über eine längere oder sogar sehr lange Zeit aufrechterhalten werden kann.
Mit dieser Meinung prägte Pietro Vernazza das Corona-Jahr 2020, wie niemand anderes. Viele stimmen ihm zu, einige kritisieren harsch - doch eines kann niemand: ihn ignorieren. Deshalb ist Pietro Vernazza ein verdienter Sieger unserer diesjährigen Kür zur herausragenden Person im Schweizer Gesundheitswesen.
image

Sponsored by Johnson & Johnson

Johnson & Johnson kümmert sich seit mehr als 130 Jahren um die Gesundheit. Heute ist es das grösste und am breitesten aufgestellte Gesundheitsunternehmen der Welt.
Johnson & Johnson ist seit 1959 in der Schweiz präsent. Die Johnson & Johnson Family of Companies beschäftigt rund 4'400 Mitarbeitende in diversen Kantonen und ist einer der grössten amerikanischen Arbeitgeber in der Schweiz.
Weitere Informationen: https://www.jnj.ch
Twitter: @JNJ_ch
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Ronald Alder

Kürzere Arbeitszeiten sind auch nicht die Lösung

Die Politik sieht das Gesundheitswesen unterm Kostenröhrenblick, die Gewerkschaften haben den Arbeitszeitenröhrenblick. Und so werden die wahren Probleme übersehen.

image

Hochspezialisierte Medizin: Warnschuss aus dem Thurgau

Die Kantonsregierung prüft den Austritt aus der Interkantonalen HSM-Vereinbarung. Und sie vermeldet den Unmut weiterer Kantone.

image

Klinik Hirslanden: Philippe Diserens neu im Management

Der Gesundheitsökonom übernimmt die Leitung des Performance Management.

image

Behandlungsrekord am Kantonsspital Baden

Mehr stationäre Patienten, eine Zunahme der ambulanten Konsultationen, weniger Notfälle – und mehr Benefits für die Angestellten.

image

KSGL: «Wir wollen üsärs Spital retten!»

Die Personalkommission des KSGL stellt sich hinter ihr Spital und kritisiert das Vorgehen des SBK.

image

Gewalt im Spital: Es betrifft nicht nur den Notfall

Und die Lage ist am Wochenende keineswegs besonders kritisch. Eine grosse Datenauswertung in den USA setzt neue Akzente.

Vom gleichen Autor

image

Tadel für die Swica: Sie verspricht zu viel

Comparis prangert Spitalzusatzversicherungen für Ungeborene an: Die meisten Kassen behalten sich nachträgliche Änderungen vor.

image

Schönheitsoperationen: Lieber ins Nachbarland

Weltweit boomt die Schönheitschirurgie. Aber Zahlen zeigen: Schweizerinnen lassen sich lieber im Ausland operieren.

image

Südkoreas Ärzte protestieren - gegen mehr Studienplätze!

In Südkorea streiken die Ärzte. Sie fürchten die Konkurrenz, wenn es wie geplant 2000 Studienplätze mehr geben sollte.