Hepatitis-C-Medikament: Patient klagt gegen CSS

Die Versicherung verweigerte eine Kostenübernahme im Einklang mit den BAG-Beschränkungen. Jetzt wird ein Rechtsfall daraus – und ein Prüfstein der Hepatitis-C-Politik?

, 14. November 2016 um 08:48
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Die CSS wollte einem Patienten die Kosten von rund 50’000 Franken für die Hepatitis-Medikamente nicht bezahlen – jetzt hat der Mann die Kasse beim Sozialversicherungsgericht Basel eingeklagt. Dies meldete die «Sonntagszeitung» (Print). 
Der Versicherer teilte der Zeitung mit, dass sie bei der Übernahme der Kosten ans Gesetz gebunden sei. Unter anderem sei der Patient zu wenig krank gewesen, als dass eine Übernahme der Medikamenten-Kosten angezeigt sei.

Medikamente aus Indien importiert

Kurz: Die CSS verwies auf die vom BAG erlassenen Beschränkungen, wonach die Kassen beispielsweise nur bei Patienten ab Fibrosegrad 3 zur Finanzierung der teuren Therapien verpflichtet sind.
Beim Kläger handelt es sich um Anton Kohler, den ehemaligen Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL). Er benötigte laut seinem Arzt das Gilead-Medikament Harvoni – musste die Tabletten schliesslich aus Indien importieren. Dafür zahlte er insgesamt 7 '000 Franken. Mittlerweile ist Anton Kohler gesund.
«Es ist ethisch absolut verwerflich, jemanden bewusst leiden zu lassen. Ich werde kämpfen bis zum Schluss», sagte Kohler in der «Sonntagszeitung». 
Die CSS wiederum begründete ihre Ablehnung damit, dass die Begleiterkrankungen zu schwach ausgeprägt seien. Auch gebe es keine Studien, die einen therapeutischen Nutzen von Harvoni bei Phänotyp 4 – wie bei diesem Patienten – haben. 
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