Claraspital: Mehr Patienten – kaum mehr Mitarbeiter

Beim Basler Privatspital war die geplante Konzentration – respektive die Abwendung von der Orthopädie – 2015 bereits in den Patientenströmen spürbar. Wegen Aufwänden für die anstehenden Neubauten musste ein Verlust ausgewiesen werden.

, 9. Mai 2016, 13:33
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Knapp 10'700 stationäre Patienten betreute das Basler Claraspital im Jahr 2015 – das waren etwa 200 mehr als im Vorjahr. Im ambulanten Bereich wurden 34’300 Patienten behandelt, was einem deutlichen Plus von 8,5 Prozent entspricht.
Finanziell schoss die Rechnung mit einem Betriebsgewinn von 2,14 Millionen Franken ab. Wegen ausserordentlicher Abschreibungen im Zusammenhang mit den Bauprojekten ergab sich dann aber ein Minus von 2,01 Millionen Franken. Oder anders: Bei einem Gesamtertrag von 195 Millionen Franken wurde ein Gesamtaufwand von 197 Millionen Franken verbucht. Der EBITDA des Privatspitals betrug 11 Millionen Franken.
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Leichtes Plus: Stationäre Patienten 2015
Das Patientenwachstum im stationären Bereich konzentrierte sich vor allem auf das Tumorzentrum, auf das Bauchzentrum sowie auf die Spezialitäten Urologie, Pneumologie/Thoraxchirurgie und Allgemeine Innere Medizin. Rückläufig entwickelten sich – wie erwartet – die Eintritte der Orthopädie/Traumatologie: Bekanntlich ist geplant, dass die Disziplin bis Sommer 2016 aufgegeben wird.
Entsprechend gab es auch bei der Mitarbeiterzahl unterm Strich nur unwesentliche Veränderungen. Ende letzten Jahres arbeiteten 1'127 Personen für das Claraspital, rund zehn mehr als 2014; damit lässt sich ein Pro-Kopf-Personalaufwand von gut 98'000 Franken errechnen. Insgesamt arbeiteten letztes Jahr 139 Ärzte und 555 Pflegefachleute für das Basler Akutspital.
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Klares Plus: Ambulante Patienten 2015
Wie dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht weiter zu entnehmen ist, weisen sowohl Rehospilatisations-Rate (2015: 4,6 Prozent) als auch Patientenzufriedenheit (2015: 98,6 Prozent) bessere Werte auf als im Jahr davor. «Verbesserungspotenzial sehen wir im Bereich der Information der Patienten über die weiteren Behandlungsschritte», schreibt die Geschäftsleitung im Bericht.
Die Patientenidentifikation sowie die Medikation würden seit geraumer Zeit mit diversen Massnahmen angegangen, um sie noch sicherer zu machen. Patientenarmbänder seien erfolgreich eingeführt worden, und das Richten von Medikamenten wird bald anstelle von Pflegefachkräften von Pharmaassistentinnen übernommen.

  • Zum Jahresbericht 2015 des St. Claraspitals Basel


Bild: Screenshot Imagefilm Claraspital


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