Chronische Schmerzen erzeugen hohe Kosten

Der Schmerzcode im neuen Diagnoseschlüssel soll rasch in nationale medizinische Kodiersysteme übertragen werden. Dies machen die deutschsprachigen Schmerzgesellschaften geltend.

, 11. Februar 2020 um 10:09
image
  • spital
  • universitätsspital zürich
  • swiss pain society
Die SPS Swiss Pain Society, die deutsche und die österreichische Schmerzgesellschaft rufen die nationalen Regierungen auf, den neuen Diagnoseschlüssel ICD-11 so schnell wie möglich mit den neuen Schmerzcodes umzusetzen. Dabei sollen die jeweiligen Präsidenten eingebunden werden, wie die drei Sektionen mitteilen. 
Seit Jahren zeigten wissenschaftliche Daten: chronischer Schmerz erzeuge nebst den erheblichen Beeinträchtigung für Patienten «hohe direkte und indirekte Kosten». Dies belaste die medizinischen und sozialen Systeme zunehmend, steht in der Mitteilung zu lesen.

WHO genehmigt Diagnosecodes

Die Strukturen der nationalen Gesundheitssysteme sollen laut den Schmerzgesellschaften endlich bedarfsorientiert auch in Hinblick auf eine gute abgestufte Schmerz-Versorgung ausgestaltet werden. Das neue Schmerz-Klassifikationssystem werde die Patientenversorgung und Schmerzforschung weltweit verändern, heisst es weiter. 
Die aktuelle ICD-Version ermöglicht erstmalig die Erfassung und Codierung von Schmerz als eine eigenständige Erkrankung mit den häufigsten und klinisch relevanten Gruppen chronischer Schmerzzustände. Im vergangenen Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die 11. Ausgabe des internationalen Diagnoseschlüssels als verbindlich genehmigt, einschliesslich neuer Codes für chronische Schmerzen.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Jede Notfall-Konsultation kostet 460 Franken

Notfallstationen werden immer öfter besucht. Eine Obsan-Studie bietet nun Zahlen dazu. Zum Beispiel: 777'000 Personen begaben sich dreimal in einem Jahr auf den Spital-Notfall.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Ob FaGe, Apotheker, Physio oder Chefärztin: Das verdient man im Gesundheitswesen

Wie steht es um Ihr Gehalt? Hier finden Sie die Standard-Monatslöhne der wichtigsten Berufe in der Gesundheitsbranche.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Universitätsmedizin bleibt Männersache – trotz Lippenbekenntnissen

In der Westschweiz liegt der Frauenanteil in Top-Arztpositionen höher als in der Deutschschweiz. Eine neue Auswertung der Universitätsspitäler zeigt regionale Unterschiede – und ein nach wie vor tiefes Gesamtniveau bei den Spitzenpositionen.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.