«Blaues Licht ist viel weniger ermüdend»

Im Spital Thun öffnet Mitte Oktober ein neuer Operations-Bereich, in dem die Lichtverhältnisse eine ganz besondere Bedeutung haben.

, 3. Oktober 2017, 06:55
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Gleich fünf Operationssäle wurden zwischen April 2016 und Oktober 2017 im Spital Thun erneuert, und dies bei laufendem Betrieb. Ab Montag, 16. Oktober 2017, werden wieder alle insgesamt acht Operationssäle in Betrieb sein. Ziel der Sanierung war es, den Operationsbereich auf den neusten technischen Stand zu bringen und die Räume an optimierte Prozesse anzupassen.

Tageslicht fördert Zufriedenheit

Zu den auffälligsten Neuerungen gehören die Lichtverhältnisse: Die Räume werden neu von Tageslicht geflutet. Um möglichst viel Tageslicht in den OP-Bereich zu lenken, wurde an vielen Stellen Glas eingesetzt, Fenster wurden vergrössert und Türen verglast.  
Die Helligkeit werte vor allem die Arbeitsplatzqualität auf, und dies komme bei den Mitarbeitenden des Spitals Thun sehr gut an, heisst es in einer Mitteilung. «Das Tageslicht ermöglicht effizienteres Arbeiten und fördert die Mitarbeiterzufriedenheit ungemein», sagt Doris Oesch, Fachbereichsleiterin OPS.  

Blau, Rot, Grün

Auch die RGB-Beleuchtung wurde verbessert; der Saal kann in rotes, grünes oder blaues Licht getaucht werden. Der Hintergedanke dabei: Fühlt sich der Operateur im Operationssaal wohl, zahlt sich das auch für die Patienten und die Mitarbeitenden aus.
Tatsächlich ist die beruhigende Wirkung von blauem Licht bekannt: «Eine mehrstündige laparoskopische Operation (Schlüssellochchirurgie) ist in blauem Licht viel weniger ermüdend als in einem abgedunkelten Operationssaal», sagt Georg Linke, Chefarzt Chirurgie. Das blaue Licht hat einen weiteren Vorteil: Es macht Knochenstrukturen sichtbarer. 

Licht wird zentral gesteuert

Rotem Licht wird dagegen eine wärmende und anregende Wirkung nachgesagt, grünem eine harmonisierende. Die mehrfarbige Deckenbeleuchtung kann von einer zentralen Stelle im Sterilbereich aus gesteuert werden. 
Dies gilt auch für das gesamte OP-Umfeld: Von den endoskopischen Geräten über Video- und Datenquellen bis zum OP-Tisch wurde alles mit modernster Technologie vernetzt. Insgesamt wuchs der OP-Bereich um 250 auf 1'350 Quadratmeter Fläche an; die Kosten der Renovation belaufen sich auf 14,5 Millionen Franken.

Variante in Rot

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