Big Boom: IT-Ausgaben im Gesundheitswesen sollen um 16 Prozent wachsen – pro Jahr

Die Marktforschungsfirma Frost & Sullivan zeichnet ein Szenario für die globale Gesundheitsbranche in den nächsten Jahren. Eine These: Die Gelder verlagern sich massiv von der Behandlung weg – hin zu Prävention und Technik.

, 10. November 2016, 15:38
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Die Gesundheitsbranche wird in den nächsten paar Jahren weiter wachsen – im Schnitt um 5,6 Prozent pro Jahr. Dies besagt eine neue Studie von Frost & Sullivan, einer Marktforschungs- und Consulting-Firma, die im Silicon Valley beheimatet ist und Standorte in 40 Ländern hat. 
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Auf einen Blick: Die Studienergebnisse in einer Grafik (Frost & Sullivan)
Sie wagte, die Entwicklung der globalen Gesundheitsbranch bis 2025 zu prognostizieren. Am Ende, so die Marktforscher aus Kalifornien, werde das Gesundheitswesen global 2'690 Milliarden Dollar an Umsatz generieren.

«Wertorientierte Pflege»

5,6 Prozent pro Jahr: Frost & Sullivan erwartet also eine solide Konjunktur, ganz gleich, was die Wirtschaftswelt sonst erschüttert. Das sind zwar klare Zahlen, aber der Trend ist doch auch bekannt. En detail bemerkenswert ist noch die Aussage, dass der zweitgrösste Gesundheitsmarkt der Erde, Europa, in den nächsten Jahren von Asien abgelöst wird. Dabei erwarten die Analysten von Frost & Sullivan eine Verlagerung «hin zu einer werteorientierten Pflege» – auch hin zu mehr Konsumdenken. Dies werde zu einem patientenzentrierten Gesundheitswesen führen.
Führende Technologien dabei seien das Brain-Computer Interface (BCI), digitale Avatare, die Wearables und die Präzisionsmedizin.

Sagenhafter Boom

Als schnellstwachsenden Sektor innerhalb der Gesundheit macht die Studie den IT-Bereich aus: Er werde bis Ende 2015 um rasante 16,1 Prozent pro Jahr wachsen – ein sagenhafter Boom. Oder müsste man eher von einer Aufholjagd sprechen?
Zum Vergleich: Die Pharmaumsätze dürften im gleichen Zeitraum um 4,6 Prozent klettern, die Medizinaltechnik um 5,8 Prozent, das Geschäft mit der medizinischen Bildgebung um 7,9 Prozent.
«Eine alternde Bevölkerung und ein steigendes Aufkommen chronischer Krankheiten verlagern den Fokus auf Prävention und Überwachung», sagt Siddharth Shah, einer der Autoren der Studie. «Das spiegelt sich wider in den wachsenden Gesundheitsausgaben für die Bereiche Prävention, Überwachung sowie Diagnose, während die Ausgaben in der Behandlung verringert werden.» 
Zur Studie: Frost & Sullivan, «Vision 2025 - The Future of Healthcare. Projecting Market Transformations and Growth Opportunities», November 2016.
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