Studie: Patienten schätzen «Dr. Googles» Vielseitigkeit

Mehr als die Hälfte der Patienten sind mit den online gefundenen Gesundheitsinfos zufrieden. Dies zeigt eine in Deutschland durchgeführte Befragung der Bertelsmann Stiftung.

, 29. Januar 2018, 10:28
image
  • forschung
  • praxis
Patienten finden bei «Dr. Google», wonach sie suchen – neben harten Fakten auch Trost und Zerstreuung. Das offenbaren Interviews, die Marktforscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung geführt hat – ergänzt durch eine Bevölkerungsbefragung.
Die Motive der Online-Suchenden sind dabei sehr vielfältig. Zum Beispiel: ärztliche Empfehlungen überprüfen, sich über Behandlungsalternativen informieren, Austausch und emotionale Unterstützung.
image

Ein Drittel verschweigt

Nach dem Arztbesuch gehen etwas mehr Nutzer ins Internet als vor dem Besuch. Die Gründe sind etwa: Der Arzt hatte zu wenig Zeit (22 Prozent) oder er hat sich nicht patientengerecht und verständlich ausgedrückt (34 Prozent).
Gegenüber ihrem Arzt verschweigen zudem 30 Prozent der Befragten, dass sie sich bereits im Netz informiert haben. Dies deute durchaus auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen manchen Ärzten und Patienten hin, schreiben die Studienautoren. 
image

«Potenzial von Dr. Google wird verschenkt»

Eine Minderheit der Befragten gab an, dass Ärzte sich eher geärgert haben, wenn sie als Patient im Gespräch ihre Internetinformation eingebracht haben. Umgekehrt erklärte nur jeder Vierte, dass der Arzt eine positive Reaktion auf die Internetinitiative des Patienten gezeigt hat.
«In den Praxen wird das Potenzial von Dr. Google häufig noch verschenkt. Patienten sollten offen über selbst gefundene Informationen sprechen, Ärzte und Therapeuten verlässliche Websites oder Apps empfehlen können», erklärt Bertelsmann-Gesundheitsexpertin Marion Grote-Westrick.

  • Wer suchet, der findet – Patienten mit Dr. Google zufrieden, Bertelsmann Stiftung

Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Krebstherapie: St. Galler Forscher erzielt Durchbruch

Lukas Flatz hat gemeinsam mit seinem internationalen Team eine neue, bedeutende Methode entwickelt, um Krebsantigene bei Immuntherapie-Patienten zu erkennen.

image

Blutvergiftung: Experten geben nationalen Aktionsplan bekannt

Just zum Welt-Sepsis-Tag von heute Dienstag lanciert ein Schweizer Experten-Gremium einen Aktionsplan, der die Behandlung von Menschen mit Sepsis verbessern soll.

image

Long-Covid: Uni Zürich präsentiert Studie mit 500 ungeimpften Rekruten

Milde Covid-Infektionen können vorübergehende Long-Covid-Symptome auslösen. Wie die neue UZH-Studie zeigt, stellen Ausdauerschwäche, erhöhte Cholesterin- oder BMI-Werte eine riskante Konstellation dar.

image

Covid: Künstliche Intelligenz soll Mutanten erfassen

ETH-Forschende haben eine neue Methode entwickelt. Diese soll Antikörpertherapien und Impfstoffe hervor bringen, die gegen zukünftige Virusvarianten wirksam sind.

image

ADHS: «Virtual Reality» soll Diagnose präzisieren

In Deutschland arbeitet ein Forschungsteam an einem neuen Ansatz für eine zielgenauere und realistischere Diagnostik von ADHS. Geldgeberin ist die EU.

image

Krebsforschung: Ein Jahresbericht, der ins Auge sticht

Die Stiftung Krebsforschung Schweiz präsentiert den neuen Jahresbericht und beeindruckt unter anderem mit Bildern aus einer verborgenen Körperwelt.

Vom gleichen Autor

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.

image

Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.

image

Ist Mikroplastik im Blut eine Gefahr für die Gesundheit?

Die Basler Nationalrätin Sarah Wyss will wissen, welchen Einfluss Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit hat. Hier die offizielle Antwort des Bundesrates.