Bern: Das ist der neue Direktor der Herzchirurgie

Das Rätsel um die Nachfolge von Thierry Carrel ist gelöst: Am 15. März tritt Matthias Siepe seinen neuen Posten als Klinikdirektor und Chefarzt der Universitätsklinik für Herzchirurgie am Inselspital an.

, 27. Januar 2022, 06:30
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Lange war unklar, wie die Insel Gruppe die Nachfolge von Thierry Carrel regeln will. Der damalige Klinikdirektor der Herzchirurgie hatte sich nach 25 Jahren dazu entschlossen, die Insel Gruppe und die Universität Bern bis zum 31. Januar 2021 zu verlassen. Gemäss der damaligen Medienmitteilung hatte er vor, zur Hirslanden zu wechseln, übernahm dann allerdings die stellvertretende Leitung der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich (USZ). 
Nun hat die Insel Gruppe seine Nachfolge geregelt: Von der Direktion zum  Klinikdirektor und Chefarzt der Universitätsklinik für Herzchirurgie im Medizinbereich Herz/Gefäss ernannt wurde Professor Matthias Siepe. Er wird laut Medienmitteilung seine Stelle am 15. März antreten und somit Jürg Schmidli, Klinikdirektor ad interim und Chefarzt Gefässchirugie, ablösen. 

Vom Schwarzwald nach Bern

Professor Siepe schloss 2002 sein Medizinstudium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau ab. 2009 erlangte er den Facharzttitel für Herzchirurgie und 2014 den Facharzttitel für Gefässchirurgie. Er absolvierte Forschungsaufenthalte am Hôpital G. Pompidou in Paris und am Inselspital in Bern.
Von 2004 bis 2012 arbeitete Matthias Siepe in der Uniklinik Freiburg, wo er 2010 zum Oberarzt ernannt wurde. Seit 2013 ist er am Universitären Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen tätig, zunächst als leitender Oberarzt und Abteilungschefarzt. 2017 wurde er zum stellvertretenden Ärztlichen Direktor ernannt. 

Schwerpunkt: schwere Herzinsuffizienz

Sein klinischer Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. Er führt regelmässig Herz- und kombinierte Herz-Lungentransplantationen für alle Patientenkollektive inklusive Neugeborener und Kinder durch.
Operationen im Bereich der grossen Aortenchirurgie und minimal-invasive Herzklappenoperationen decken einen grossen Teil seiner täglichen Routine ab. Seine Erfahrung in der gesamten offenen und endovaskulären Gefässchirurgie sowie in der minimalinvasiven Klappenchirurgie ist ein Gewinn für die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Überlappungsgebieten. Matthias Siepe strebt eine enge Zusammenarbeit mit der Gefässchirurgie und der Kardiologie an.
Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag zunächst in der Stammzellforschung. Für die in erfolgreichen Projekten der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) und der Deutschen Herzstiftung gewonnenen grundlegend neuen Erkenntnisse wurden Matthias Siepe angesehene Preise wie der Ernst-Derra-Preis der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefässchirurgie (DGTHG) oder der Jahrespreis der Schweizerischen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefässchirurgie verliehen. 
Seit einigen Jahren hat sich sein Forschungsschwerpunkt zu klinischen Studien hin entwickelt und er konnte als Principle Investigator einige multizentrische Studien betreuen. Am Inselspital sieht Matthias Siepe im Bereich der translationalen Forschung zur chirurgischen Therapie der Herzinsuffizienz und Aortenchirurgie gute Anknüpfungspunkte zu bestehenden Forschungsprojekten und möchte die Forschungsaktivitäten dahingehend vertiefen.

Chefredaktor eines Journals 

Auch international ist Matthias Siepe aktiv und sehr gut vernetzt. Insbesondere ist er seit Oktober 2020 Editor-in-Chief des «European Journal of Cardiothoracic Surgery», des grössten europäischen herzchirurgischen Journals. Er ist und war in verschiedenen Gremien tätig, wie zum Beispiel im Nachwuchs-Komitee der EACTS (European Association for Cardiothoracic Surgery) oder im Vorstand der DGTHG.
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