Berlin klagt über eine massive Zunahme an Kinderkrankheiten

In Berlin nimmt die Zahl meldepflichtiger Krankheiten zu. Zwischen 2010 und 2016 stiegen die angezeigten Infektionen von 13'400 auf zuletzt 20'100 Fälle gestiegen –plus 50 Prozent.

, 17. Februar 2017, 13:39
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Die Gesundheitsbehörde Berlins registriert derzeit Kinderkrankheiten, die lange Zeit als harmlos galten. Vor allem viele Fälle von Mumps, Windpocken und Keuchhusten seien in der deutschen Hauptstadt angezeigt worden. Aber auch Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder der von Zecken übertragenen Borreliose. 

Starker Anstieg beim Keuchhusten

So sind laut «Berliner Morgenpost» wieder 55 Mumps-Infektionen angezeigt worden, 13 Fälle mehr als ein Jahr zuvor. Einen massiven Anstieg gebe es bei Keuchhusten: 1025 Berliner erkrankten im vergangenen Jahr an der Atemwegsinfektion. 2015 wurden nur 696 Fälle gemeldet.
Noch dramatischer der Anstieg von Windpocken: 2115 Erkrankungen wurden 2016 angezeigt. Ein Jahr zuvor waren es 1799 gewesen, im Jahr 2014 verhältnismässig wenige 1578.
Das Robert-Koch-Institut in Berlin, die zentrale Erfassungsstelle für alle meldepflichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland, führt den deutlichen Anstieg auf Impflücken zurück. «Gerade Jugendliche und junge Erwachsene versäumen die notwendigen Auffrischungsimpfungen», sagte Anette Siedler, stellvertretende Leiterin des Fachbereiches Impfprävention am Robert-Koch-Institut.

Die Wirksamkeit hält nicht ewig

Was den Keuchhusten betrifft, scheint vielen Menschen nicht bekannt zu sein, dass die Impfungen gegen die Atemwegsinfektion regelmässig aufgefrischt werden müssten. «Nach fünf bis zehn Jahren ist die Wirksamkeit weg», wird die Epidemiologin Wiebke Hellenbrand in der «Morgenpost» zitiert.
Im gesamten Bundesgebiet seien gut 22'000 Keuchhusten-Infektionen registriert worden. Das sei ein Rekord, seit im Jahr 2013 eine bundesweite Meldepflicht eingeführt wurde. 
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