Basler Kinderspital schreibt weiterhin rote Zahlen

Die Pandemie verursachte beim Kinderspital Basel trotz Erholung im Jahresverlauf weiter grosse Ertragsausfälle. Unter dem Strich resultiert ein Verlust von knapp 5 Millionen Franken.

, 5. Mai 2022, 12:30
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Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 4,9 Millionen Franken erlitten. Das sei «unbefriedigend», teilt das Spital mit. Bereits im Vorjahr musste das Basler Kinderspital einen Verlust von 5,3 Millionen Franken hinnehmen.
Begründet wird den Verlust vorwiegend mit der Corona-Pandemie. Auf der Ertragsseite waren «coronabedingte» Einbussen von rund 5,9 Millionen Franken zu verzeichnen. Auf der Kostenseite verursachte die Pandemie ungedeckte Mehrkosten von rund 2,2 Millionen Franken. 

Ohne Sondereffekt wäre der Verlust noch grösser

Ohne eine aussergewöhnlich hohe Auslastung ab Mitte Jahr und ohne Sondereffekte wäre das Ergebnis mit einem Verlust von 10 Millionen Franken noch roter ausgefallen, schreibt das UKBB. Zu den Sondereffekten zählen insbesondere die Corona-Unterstützungszahlungen der beiden Trägerkantone. 
Die Zahlen über den Spitalbetrieb zeigen: Im stationären Bereich stieg die Zahl der Patientinnen und Patienten gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf 5'547 an. Im ambulanten Bereich nahmen die Fallzahlen um 20 Prozent auf insgesamt 118'467 Fälle zu. Hauptgrund für die Zunahme waren unter anderem die vom Spital durchgeführten Corona-Tests.

Corona im Kinderspital

Obwohl in der Pädiatrie nicht sehr viele schwerkranke Kinder mit Corona- Infektionen hospitalisiert werden mussten, wurden wiederholt schwere Verläufe und unerwartete neue Krankheitsbilder wie zum Beispiel PIMS beobachtet. Zudem war in der Pädiatrie die Zahl der allgemeinen respiratorischen Infekte sehr gross – und damit die Zahl der Corona-Verdachtsfälle. Damit verbunden war der spitalhygienische Aufwand von allen medizinischen Prozessen und Kohortierungs-Massnahmen «riesig», wie Urs Frey im Geschäftsbericht schreibt, der ärztliche Direktor und Chefarzt Pädiatrie. 
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Quelle: Kinderspital UKBB

Geburtsgebrechenliste führt zu Mindereinnahmen

In der zweiten Jahreshälfte, so das Basler Kinderspital weiter, war der Betrieb stark ausgelastet. Insbesondere die psychosomatischen und die infektiologischen Bereiche waren stark gefordert. Zusammen mit den zunehmenden coronabedingten Personalausfällen ergab sich eine sehr starke Belastung des Personals, welche teilweise sogar zu Bettenschliessungen führte. Über das Gesamtjahr waren im Durchschnitt 11 Personen coronabedingt abwesend.
Die Diskussion über die Kostendeckung in der Kindermedizin geht auch 2022 weiter. Die Gespräche zwischen den Kinderspitälern und den entsprechenden Stellen dauern an, eine konkrete Umsetzung zeichnet sich jedoch nicht ab. Das UKBB geht zudem davon aus, dass sich 2022 die Erholung von der Coronapandemie weiter fortsetzt. Es erwartet darüber hinaus auch Mindereinnahmen, die auf die neue Geburtsgebrechenliste der Invalidenversicherung zurückzuführen sei. 

  • Geschäftsbericht 2021 Universitäts-Kinderspital UKBB

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