Basel: Regierung gegen offene Türen für Sterbehelfer

Spitäler und Heime sollen nicht dazu verpflichtet werden, Sterbehelfern Einlass zu gewähren. Der Regierungsrat will zugleich die palliativen Angebote fördern.

, 19. August 2015 um 09:01
image
  • sterbehilfe
  • pflege
  • dignitas
  • lifecircle
  • exit
  • basel
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt wendet sich gegen eine Motion zum «Zugang von Sterbehilfeorganisationen zu öffentlich unterstützten Spitälern und Alters- und Pflegeheimen». Man wolle in diesem ethisch heiklen Bereich keine gesetzlichen Vorgaben machen. 
Ein parlamentarischer Vorstoss aus FDP-Reihen möchte Basels Listen-Spitäler und Pflegeheime verpflichten, Sterbehilfeorganisationen Zugang zu Patientinnen zu gewähren. 

Betroffen sind auch die Mitarbeiter

Dies würde das Personal sowie die Spitäler und Pflegeheime vor grosse moralische und praktische Probleme stellen, so jetzt die Stellungnahme der Regierung: «Mitarbeitende können nicht dazu verpflichtet werden, an der Beihilfe zur Selbsttötung mitzuwirken.»
Das Zulassen von assistiertem Suizid betreffe nicht nur die sterbewillige Person, sondern auch Angehörige, die Institution, Heimnachbarn und Gesundheitsfachleute. Somit seien insbesondere auch die Grundrechte des Personals in den Institutionen davon betroffen.

Wer nicht will, muss von der Spitalliste?

Würde die Motion zum Gesetz, so müssten jene Institutionen, die keine Sterbehelfer einlassen wollen, von der Spital- oder Pflegeheimliste ausgeschlossen werden.
Die Befragung der Basler Alters- und Pflegeheime sowie der auf der Spitalliste aufgeführten Institutionen habe gezeigt, dass man mehrheitlich Wahlfreiheit wünsche. 

Ein bis zwei Fälle pro Jahr

Heute gewähren rund zwei Drittel der Basler Alters- und Pflegeheime Sterbehilfeorganisationen Zugang oder lassen die Sterbehilfe in ihren Räumlichkeiten zu. Die Anzahl der dort tatsächlich durchgeführten Sterbebegleitungen liege bei total ein bis zwei Fällen, schreibt die Regierung.
«Der Regierungsrat möchte anstelle der Sterbehilfe die Angebote der palliativen Behandlung fördern und besser bekannt machen», so die Mitteilung weiter.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Felix Platter: Da schaut die KI, was die Patienten essen

Ein «Foodscanner» liefert in Basel automatisiert Daten für die Ernährungsmedizin.

image

Pflege: Je jünger, desto ausstiegswilliger

In Deutschland liebäugelte fast ein Drittel der jungen Pflegefachleute im letzten Jahr mit einem Berufswechsel. Aber ist das so schlimm?

image

Angebote der Rehaklinik Seewis

Die Rehaklinik Seewis hat sich auf kardiologische, psychiatrisch-psychosomatische und internistisch-onkologische Rehabilitation sowie Prävention spezialisiert. Dieser Artikel stellt die Situation für Patientinnen und Patienten beim Eintritt sowie die Angebote der Rehaklinik vor.

image

Deutschland: Nach Corona gab es keine Kündigungswelle in der Pflege

Im Covid-Stress bekundeten viele Pflegefachleute, dass sie den Beruf wechseln wollen. Aber nichts da.

image

Agnèse Niederberger wird neue Leiterin der Direktion Pflege der Lindenhofgruppe

Neu besetzt die Lindenhofgruppe die Position der Leiterin Direktion Pflege mit Agnèse Niederberger. Sie wird in dieser Funktion Mitglied der Geschäftsleitung und tritt die Nachfolge von Christine Schmid an.

image

Höhere Löhne, weniger Papier: Was Chief Nurse Officers gegen Engpässe tun würden

Die Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Schweiz sorgen sich vor allem über Fachkräftemangel und Kostendruck.

Vom gleichen Autor

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.