Ausbildung im Gesundheitswesen: eine Frage des Geschlechts?

Werden Frauen bei Lehrstellen in der Gesundheitsbranche bevorzugt? Ja, sagt ein junger Mann aus Basel. Nein, die Geschäftsleiterin des Ausbildungsverbundes Gesundheit Basel.

, 29. Juli 2015, 10:23
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Ein 18-jähriger Schulabgänger sucht seit über einem Jahr eine Lehrstelle im Gesundheitswesen. Vergebens – trotz mehreren Praktika in der Branche, Sanitätsdienst und sehr guten Arbeitszeugnissen.
Der Fall wurde nun über einen Beitrag in «20 Minuten» publik. Bei rund 80 Bewerbungsschreiben sei er nur zweimal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Und in acht von zehn Fällen sei er mit der Begründung vertröstet worden, dass man sich für eine Frau entschieden habe.

«Ich hatte von vornherein keine Chance»

Der Basler ist überzeugt: «Ich habe keine Stelle bekommen, weil ein Grossteil der Lehrbetriebe ganz gezielt nach Frauen sucht», so der 18-Jährige auf «20min.ch».
Anders sieht das Romy Geisser, Geschäftsleiterin des Ausbildungsverbundes OdA Gesundheit beider Basel. Die Erfolglosigkeit bei der Stellensuche könne man nicht lediglich dem Geschlecht zuschreiben.

Die Männerquote steigt von Jahr zu Jahr

Das Gesundheitswesen sei eine Branche, die sich in einer guten Lage befindet, da sie bei jungen Menschen sehr beliebt und gefragt sei. «Auf eine freie Lehrstelle bewerben sich nun mal viele Interessenten. Ich denke nicht, dass es am Ende eine Gender-Frage ist, wer den Ausbildungsplatz bekommt», wird OdA-Geschäftsleiterin Geisser im Bericht zitiert.
Sie habe ausserdem die Beobachtung gemacht, dass die Männerquote von Jahr zu Jahr steigee. «Selbstverständlich gibt es Bereiche, wo es möglich ist, dass explizit eine Frau gesucht wird. Dabei handelt es sich jedoch um Ausnahmen», so Geisser.
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