Aevis Victoria? Nein danke. BioTelemetry? Ja gerne.

Lifewatch, der börsenkotierte Spezialist für Ferndiagnosen mit Hauptsitz in der Schweiz, lehnt eine Übernahme durch die Schweizer Aevis-Gruppe ab und lässt sich stattdessen von der amerikanischen BioTelemetry einverleiben.

, 10. April 2017, 08:33
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10 Franken bot Aevis-Chef Antoine Hubert für eine Aktie von Lifewatch. BioTelemetry bietet auch 10 Franken in bar, dazu aber eigene Aktien im Wert von 4 Franken. Damit übertreffen die Amerikaner das Angebot von Aevis um 40 Prozent.

In der Schweiz nicht operativ

Lifewatch hat zwar den Sitz in Zug, ist an der Schweizer Börse kotiert, operiert aber vor allem in in den USA und neu auch in der Türkei. Bekannt ist das Unternehmen mit seinen Überwachungsdienstleistungen bei Herzpatienten. 
Aevis-Chef Antoine Hubert wollte Lifewatch als eigenständiges Tochterunternehmen integrieren. Mit einer vollständigen Integration von Lifewatch in Aevis wäre das Telemedizin-Standbein mit den Beteiligungen Lifewatch und Medgate zum zweitgrössten Segment geworden. Wir berichteten. 

Zu Prozent im gleichen Business

Damit wird nichts: Der Verwaltungsrat von Lifewatch hat sich für einen Schulterschluss mit der amerikanischen BioTelemetry entschieden. «Wir sind davon überzeugt, dass BioTelemetry der beste Partner ist, um das Potenzial von Lifewatch zu maximieren», wird Lifewatch-CEO Stephan Rietiker. Gegenüber Medinside erklärt Rietiker, dass BioTelemetry zu 70 Prozent im gleichen Geschäft tätig sei wie Lifewatch, eben im Gebiet der Ferndiagnosen bei Herzrythmusstörungen. Lifewatch kommt heute auf einen Umsatz von 114 Millionen; Bio Telemetry auf einen solchen von 208 Millionen Franken.

Hubert ist trotzdem ein Gewinn

Aevis-Chef Antoine Hubert hat scheinbar nicht vor, ein besseres Übernahmeangebot zu unterbreiten. Er gehört so oder so auch zu den Gewinnern. Für seine 12-Prozent-Beteiligung an Lifewatch erhält er deutlich mehr, als er ursprünglich bezahlt hatte. 
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