Anteil der Pflegestellen in Spitälern sinkt

Das Pflegepersonal fällt im Vergleich zu Ärzten und anderem Personal in Akutspitälern zurück. Das geht aus einer Untersuchung verschiedener Berufsgruppen hervor.

, 28. November 2023 um 14:35
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Symbolbild: Medinside, erstellt mit Midjourney.
In den Akutspitälern sinkt der Anteil der Pflegestellen im Vergleich zum ärztlichen wie auch zum übrigen Personal: Dies besagt eine vom Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) in Auftrag gegebene Analyse.
Während Ärztestellen zwischen 2010 und 2021 (bis zur Annahme der Pflegeinitative) um 41 Prozent zunahmen, stiegen die Stellen des diplomierten Pflegepersonals lediglich um 13 Prozent – respektive um 19 Prozent, wenn das gesamte Pflegepersonal berücksichtigt wird. Die Zahlen werden jeweils Vollzeitäquivalenten (VZÄ) ausgedrückt.
Der Anteil des Pflegepersonals insgesamt sank von 43,1 Prozent auf 40,3 Prozent, der Anteil der diplomierten Pflegefachpersonen von 22,0 Prozent auf 19,7 Prozent. Dagegen stieg der Anteil des ärztlichen Personals von 14,3 auf 15,9 Prozent und der Anteil des übrigen Personals von 42,6 Prozent auf 43,3 Prozent an.
Diese Entwicklung könnte mit der Einführung neuer Arbeitszeitregelungen für Ärzte zusammenhängen, kommentiert der SBK die Zahlen.

Fallpauschalensystem belastet Pflegepersonal

SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi betont, dass die erlebte Arbeitsverdichtung in der Pflege Realität ist, das heisstt immer weniger Köpfe müssen immer mehr Arbeit schultern. Die Verschiebung wird mit der Einführung des Fallpauschalensystems in Verbindung gebracht. Dieses anreizverzerrende System führt zu einem erhöhten Personalbedarf für die Codierung der Diagnosen und die Abrechnung mit den Versicherern, während die direkte Patientenversorgung vernachlässigt wird.
Die für den SBK «besorgniserregende Entwicklung» mit Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) muss auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Personalausstattung in der Pflege und der Anteil diplomierter Pflegefachpersonen entscheidend für die Pflegequalität sind. Es ist bekannt, dass ein geringerer Anteil das Risiko von Komplikationen und Tod erhöht.
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