Hoch Health Ostschweiz trennt sich von Onkologie-Chefarzt

Christoph Driessen, Chefarzt der Onkologie und Hämatologie am Kantonsspital St. Gallen, ist nicht mehr für Hoch Health Ostschweiz tätig – wegen «unterschiedlicher Auffassungen zur Klinikführung.» Martin Früh übernimmt vorübergehend.

, 15. Januar 2026 um 07:54
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Christoph Driessen (links) und Martin Früh. Bild: zvg
Christoph Driessen prägte das Kantonsspital St. Gallen während zwanzig Jahren. Acht Jahre lang stand er als Chefarzt an der Spitze der Klinik für Onkologie und Hämatologie. Er hatte damals die Nachfolge von Thomas Cerny übernommen.
Nun trennt sich das Spital per sofort von ihm.
Eine offizielle Mitteilung zum Abgang gab es nicht. Stattdessen wurden interne Informationen an das «St. Galler Tagblatt» herangetragen. Mehrere Mitarbeitende meldeten sich bei der Zeitung – besorgt, enttäuscht und fassungslos über das Vorgehen der Spitalleitung, wie sie sagen.
Besonders irritierend sei die Situation, weil die Klinik wirtschaftlich, klinisch und wissenschaftlich sehr gut dastehe. «Leistung lohnt sich offenbar nicht. Kritische, mitdenkende Stimmen sind unerwünscht», wird aus dem Umfeld der Abteilung zitiert.

Martin Früh übernimmt

Auf Nachfrage des «Tagblattes» erklärt Philipp Lutz, Leiter der Medienstelle von Hoch Health Ostschweiz, die Trennung mit unterschiedlichen Auffassungen zur strategischen Ausrichtung und Führung der Klinik. In Absprache mit dem Verwaltungsrat habe man sich deshalb gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden. Die Leitung der Klinik übernimmt vorerst Martin Früh, bisher stellvertretender Chefarzt.

Protest

Laut Mitarbeitenden sei bereits vor den Festtagen durchgesickert, dass Driessen freigestellt worden sei. Das habe zu deutlichen Protesten geführt. So habe sich unter anderem das gesamte hämatologische Kader in einem Schreiben an den Spital-CEO, ein weiteres Mitglied der Geschäftsleitung sowie den Verwaltungsratspräsidenten gewandt – mit der Bitte, diesen drastischen Schritt noch einmal zu überdenken.
Christoph Driessen selbst wandte sich später schriftlich an seine Kolleginnen und Kollegen. «Leider bestand keine Möglichkeit, mich persönlich von Euch sowie von den betreuten Patientinnen und Patienten zu verabschieden», schrieb er. Zugleich stellte er klar, dass er keine Kommunikationssperre verlangt habe. Er habe lediglich das kurz vor Weihnachten eingeforderte Stillschweigen akzeptiert – als Basis für eine mögliche Einigung.
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