Luftretter gewinnen gegen Busbetrieb

Die Rega hat einen Baustreit gegen einen lokalen Busbetrieb gewonnen. Ein Neubau neben dem Heliport im Berner Oberland wäre zu gefährlich.

, 26. Oktober 2022, 11:58
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Die Rega-Basis im Berner Oberland: Ein neues Bus-Betriebsgebäude gleich daneben wäre zu gefährlich, finden die Behörden. | zvg
Es wäre einfach zu riskant: Deshalb darf eine Berner Oberländer Busbetreiber-Firma nicht neben einer Rega-Basis bauen. Die kantonalen Behörden verbieten laut einem Bericht der «Berner Zeitung» übereinstimmend mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) die Neubaupläne.
Das Thuner Bus-Unternehmen STI wollte am Rand des ehemaligen Militärflugplatzes Interlaken ein Betriebsgebäude errichten. Der Bau wäre für Reparaturarbeiten, eine Bus-Einstellhalle, Wasch- und Tankanlagen vorgesehen gewesen. Im Gewerbegebiet von Wilderswil wäre ein solches Gebäude grundsätzlich erlaubt.

Flugbetrieb hat Vorrang

Aber die Rettungsflugwacht Rega, die gleich nebenan ihre Basis hat, wehrte sich dagegen. Mit Erfolg. Das Bauvorhaben und der Betrieb würden die Sicherheit des Heliports verschlechtern, kam die kantonale Bau- und Verkehrsdirektion zum Schluss. Das Risiko einer Gefährdung von Personen und Sachen würde steigen.
Der Flugbetrieb des Heliports ist auf Bundesstufe geregelt, er hat deshalb rechtlich Vorrang vor dem Baurecht der Gemeinde Wilderswil. Nun muss das Bus-Unternehmen auf seinen Bau verzichten. Oder es kann den Entscheid ans bernische Verwaltungsgericht weiterziehen.

Basis steht seit 2008 an diesem Ort

Die Rega-Einsatzbasis in Wilderswil betreut ein grosses Gebiet: Vom Napf bis zur Eigernordwand und vom Susten bis zum Niesen. Im Sommer 1971 wurde in einem militärischen Unterstand auf dem Flugplatz Interlaken der erste Helikopter für Rettungsflüge stationiert.
Die heutige Basis steht seit 2008 auf dem im Areal der Firma Ruag in Wilderswil. Im Sommer fliegt die Rega von dort aus vor allem für erkrankte oder verunfallte Touristen, im Winter für Snowboarder und Skifahrer. Jährlich hebt die Rega in Wilderswil für über 1100 Einsätze ab.
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