Kanton will altes Spital wiederbeleben

Das ehemalige Spitalgebäude Béroche im Kanton Neuenburg soll für mehrere hunderttausend Franken saniert werden. Mit dem Ziel, das öffentliche Spitalnetz zu entlasten.

, 24. Januar 2023, 10:00
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Vor sieben Jahren haben die letzten Patienten das Spital verlassen. | Screenshot «Arcinfo»
Während in gewissen Kantonen immer wieder die Schliessung von Spitalstandorten zur Debatte stehen, geht es im Kanton Neuenburg derzeit in die andere Richtung: Dort wird über die Wiederbelebung eines ehemaligen Spitals diskutiert.
Konkret geht es um das Spital Béroche in Saint-Aubin-Sauges, das rund 16 Kilometer von der Kantonshauptstadt liegt. Es soll helfen, das Neuenburger Spitalnetz zu entlasten. Die Regierung hat einen dringenden Kredit im Umfang von zwei Millionen Franken beantragt, um dem überlasteten Réseau hospitalier neuchâtelois (RHNE) zu Hilfe zu eilen.

Sanierung kostet Geld

Rund 700'000 Franken sind eingeplant für «die Durchführung von Arbeiten, um die Sanierung eines ehemaligen Spitalareals zu ermöglichen, falls doch zusätzlicher Bedarf entstehen sollte».
Das Neuenburger Finanz- und Gesundheitsdepartement bestätigt gegenüber der französischsprachigen Tageszeitung «Arcinfo» (Abopflicht), dass es sich dabei um das ehemalige Spital Béroche handelt. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Spital steht derzeit leer

Das 2016 im Zuge einer Spitalreform geschlossene Spital könnte nun in den kommenden Monaten neue Patienten aufnehmen. Es wären vor allem ältere Personen, die derzeit hospitalisiert sind und deren Gesundheitszustand nicht unbedingt die Behandlung in einem Akutspital erfordert.
Ein grosser Teil des Spitalgebäudes in der ehemaligen Gemeinde Saint-Aubin-Sauges nahe am Ufer des Neuenburgersees steht derzeit leer. Der Flächennutzungsplan sieht vor, dass das Objekt für einen Auftrag von öffentlichem Interesse im Bereich der Gesundheit genutzt werden müsse. Grundstückeigentümerin ist die Stiftung des ehemaligen Spitals; die Gebäude gehören dem Kanton.
Noch nicht geklärt sein dürfte hingegen die Frage, ob für den Betrieb auch genügend qualifiziertes Personal gefunden werden kann.
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