Einem Leitenden Arzt der Klinik Südhang in Kirchlindach (BE) wird vorgeworfen, er habe die Integrität von von zwei Mitarbeiterinnen verbal verletzt. Die auf Suchtkrankheiten spezialisierte Institution hat den Arzt deshalb fristlos entlassen.
«Aufgrund eines erheblichen Vertrauensverlusts» erachte sie eine weitere Zusammenarbeit als unmöglich, schreibt sie in einer Mitteilung.
Die Klinik Südhang hat vor kurzem ein
«Charta diskriminierungssensible Klinik» erarbeiten und sich dazu verpflichtet, Mitarbeitende, Patienten und Patientinnen vor diskriminierendem Verhalten und Übergriffen im Klinikumfeld zu schützen.
«Aufgrund der vorliegenden Hinweise stellt die Klinikleitung fest, dass ein leitender Arzt in zwei Fällen gegen diese Regeln verstossen hat», schreibt sie.
Zur Kündigung hat sich die Klinikleitung entschieden, weil sich das Fehlverhalten wiederholt habe. Nach dem ersten Vorfall im Jahr 2023 habe die Klinikleitung Gespräche geführt, Schutzmassnahmen ergriffen und eine mündliche Ermahnung ausgesprochen. Der Arzt habe Reue gezeigt und sich entschuldigt.
«Nach erneutem unangemessenem Verhalten dieses Jahr kommt die Klinikleitung zum Schluss, dass sie die Situation beim ersten Vorfall falsch eingeschätzt und nicht ausreichend reagiert hat. Diesen Fehler bedauert sie sehr.» Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) des Kantons Bern sei über die Vorfälle und die Entlassung des Arztes informiert. Über allfällige strafrechtliche Schritte könnten allein die Direktbetroffenen entscheiden. Auf Wunsch leiste die Klinik Südhang Rechtsbeistand.