Ständerat will Angehörigenpflege klarer regeln

Der Ständerat fordert präzisere Regeln für die Pflege durch Angehörige. Der Bundesrat soll definieren, welche Leistungen über die Krankenversicherung abgerechnet werden dürfen und wie diese künftig vergütet werden.

, 5. März 2026 um 10:53
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Symbolbild: Unsplash
Der Ständerat will die Pflege durch Angehörige klarer definieren und sachgerechter vergüten. Zwei Motionen, die der Rat ohne Gegenstimme angenommen hat, beauftragen den Bundesrat, Art und Kriterien der abrechenbaren Grundpflegeleistungen von Angehörigen präziser festzulegen und die Beiträge der obligatorischen Krankenpflegeversicherung entsprechend anzupassen.
Hintergrund ist das starke Wachstum dieser Leistungen: Pflege durch Angehörige, die über spezialisierte Spitex-Organisationen abgerechnet wird, kostet die Krankenversicherung inzwischen rund 150 Millionen Franken pro Jahr. Gleichzeitig bestehen rechtliche Unsicherheiten und Kritik an möglichen Fehlanreizen.
Künftig sollen die Leistungen klar von der familiären Fürsorgepflicht abgegrenzt werden. Spitex-Organisationen sollen Pflegeleistungen von Angehörigen in den Abrechnungen separat ausweisen müssen. Zudem sollen die Kantone verbindliche Qualitätskriterien für Organisationen festlegen, die pflegende Angehörige anstellen.
Der Branchenverband Prio.swiss begrüsst die Entscheide. Die Vorstösse gehen nun an den Nationalrat und dürften dort in der Sommersession behandelt werden.
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