Der «Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis» gilt in der Branche als «Nobelpreis für Krebsforschung». Die mit 1 Million Franken dotierte Auszeichung geht dieses Jahr an Andrea Ablasser. Sie ist Medizinerin und Forscherin am Global Health Institute der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL).
Sie erhält die Auszeichnung für ihre «bahnbrechenden Forschungen» auf dem Gebiet der Immunerkennung von Viren, die auch für die Erkennung von Krebszellen durch das Immunsystem wichtig sind. Der Preis, der auf den Inhaber der «Dr. Steiner's Apotheke und Bahnhofsapotheke» in Biel zurückgeht, ist mit einer persönlichen Anerkennung in der Höhe von 50’000 Franken verbunden.
Neue Perspektiven in der Krebsimmuntherapie
In ihrer Arbeit hat Andrea Ablasser neue Mechanismen entdeckt, mit denen das Immunsystem Viren als Fremdkörper erkennt, und auch Krebszellen bekämpft. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven in der Krebsimmuntherapie, wie der von Stephan Rohr präsidierte Stiftungsrat mitteilt.
Mit der Auszeichnung will die Professorin umfassende neue Erkenntnisse über die komplexen Zusammenhänge zwischen dem angeborenen Immunsystem und der Entstehung von Krebs gewinnen. Das Geld soll in erster Linie für die Entwicklung eines völlig neuartigen immuntherapeutischen Ansatzes verwendet, um den sogenannten cGAS-STING-Signalweg für eine effizientere Krebsbekämpfung nutzbar zu machen.
Forscht seit 2014 an der EPFL
Andrea Ablasser schloss 2008 ihr Medizinstudium an der Universität München ab, wo sie zwei Jahre später auf der Grundlage ihrer Arbeit am Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie der Universität Bonn promoviert wurde. Im Jahr 2014 wurde sie Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der EPFL, wo sie seit 2021 ein Ordinariat inne hat. Die Wissenschaftlerin hat bereits zahlreiche renommierte nationale und internationale Auszeichnungen und Preise erhalten.