Numerus Clausus: Deutsche Bundesärztekammer fordert Umdenken

Assessments statt Abi-Noten – und dabei seien soziale Kompetenzen und einschlägige Berufserfahrungen zu berücksichtigen.

, 4. August 2015 um 12:03
image
  • ausbildung
  • ärzte
In der Schweiz werden die Numerus-Clausus-Tests ja regelmässig zum Thema: Die einen monieren, dass mathematisches Faktenbüffeln mehr zähle als Sozialkompetenz; andere wollen dafür sorgen, dass Praxiserfahrung bei der Auswahl künftiger Medizinstudenten auch berücksichtigt werde. 
In Deutschland ist das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium anders, was zählt, sind die Abi-Noten – aber die Debatte verläuft durchaus ähnlich. Und so hat sich jetzt die Bundesärztekammer für «eine zielgerichtetere Auswahl» von Studienplatzbewerbern für das Fach Medizin ausgesprochen. 
Der Verband fordert, dass neben der Abiturnote weitere Kriterien herangezogen werden. Verstärkt berücksichtigt werden sollen unter anderem

  • psychosoziale Kompetenzen,
  • soziales Engagement,
  • einschlägige Berufserfahrung. 
Nötig dafür seien einheitliche Assessments. A
ngesichts des sich verschärfenden Ärztemangels sei es zudem dringend notwendig, die Zahl der Studienplätze in Deutschland um mindestens zehn Prozent zu erhöhen. 

Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen Universitäten!

1990 habe es allein in den alten Bundesländern im Studiengang Humanmedizin 12'000 Studienplätze gegeben – und diese wurden sogar reduziert: «Statt 16'000 Plätzen, die sich nach der Wiedervereinigung aufgrund der acht hinzugekommenen Fakultäten hätten ergeben müssen, sind es aktuell nur noch rund 10'000», hat der Standes-Verband errechnet.
Folglich müssten sich immer mehr Bewerber um immer weniger Studienplätze bemühen.
Um im hausärztlichen Bereich grassierenden Mangel zu mildern, sollen Medizinstudierende gleich zu Beginn des Studiums an das Gebiet der Allgemeinmedizin herangeführt werden. Dafür müssten bis 2017 an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingeführt werden – so die Forderung der BÄK. 


Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

KI Power mit Medinside: Einladung zum Online-Kurs

Entdecken Sie neue Chancen – mit unserer Schulung zur Künstlichen Intelligenz im Gesundheitswesen. In 2 x 90 Minuten zeigen wir Ihnen, wie Sie KI sicher und effektiv einsetzen.

image

«Schauen Sie genau, wen Sie heiraten – das meine ich ernst.»

Seilschaften, starre Regeln und intransparente Gehälter bremsen Frauen auf dem Weg zur Chefarztposition. Rückhalt daheim ist entscheidend – und Teilzeit ist problematisch: Das sagt Susanne Renaud, Chefärztin Neurologie am Spital Neuenburg.

image

Aus Tradition einen Schritt voraus

Qualität hat in der Pflege der Lindenhofgruppe Tradition. Sie spiegelt sich in der Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten, ihrer Pflege und Betreuung, den evidenzbasierten Behandlungskonzepten und der interprofessionellen Zusammenarbeit.

image

«Als Arzt nach Deutschland – warum nicht?»

Für Schweizer Assistenzärzte kann die Arbeit an einem deutschen Krankenhaus interessant sein. Die Nachfrage steige, sagt Martin Werner von DocsGoSwiss im Kurzinterview.

image

Zwei neue Ärztinnen in Hasliberg

Ab 1. Mai 2025 verstärken Dr. med. Stefanie Zahner-Ulrich und Dr. med. (SRB) Sonja Krcum Cvitic das Team der Rehaklinik Hasliberg. Mit ihren fundierten Erfahrungen in Allgemeiner Innerer Medizin bzw. Physikalische Medizin und Rehabilitation erweitern sie gezielt die medizinische Kompetenz der Klinik

image

Bewährt, innovativ und zukunftsorientiert

Praxisnahe Weiterbildung für Führungskräfte im Gesundheitswesen: Kreative Zukunftsgestaltung und systematische Effizienzsteigerung. Ein gecoachtes Management-Projekt verbindet Ihre persönliche Entwicklung mit der erfolgreichen Weiterentwicklung Ihrer Gesundheitsorganisation.

Vom gleichen Autor

image

Spital heilt, Oper glänzt – und beide kosten

Wir vergleichen das Kispi Zürich mit dem Opernhaus Zürich. Geht das? Durchaus. Denn beide haben dieselbe Aufgabe: zu funktionieren, wo Wirtschaftlichkeit an Grenzen stösst.

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.