Spitalneubau: Kantonsspital passt künftiges Angebot an

Hebammen-geleitete Geburten und Orthopädie als Schwerpunkt: Für den 110-Millionen-Neubau werden die Aufträge für das Kantonsspital Wolhusen neu definiert.

, 18. März 2021 um 10:23
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Eigentlich hätte das Luzerner Kantonsspital (Luks) den Neubau in Wolhusen Ende 2022 in Betrieb nehmen wollen. Doch Einsprachen, Abklärungen oder noch laufende Beschwerden führen zu Verzögerungen. Wann es mit dem 110-Millionen-Franken nun endlich losgehen soll, bleibt aber offen: Schätzungen gehen von 2025 oder 2026 aus. 
Dass das bald 50-jährige Spitalgebäude ersetzt werden muss, ist bereits seit zehn Jahren beschlossene Sache. Seither habe sich die Gesundheitsversorgung aber «stark verändert», teilt die Regierung mit. Fortschritte in der Medizin, die Digitalisierung oder die Ambulantisierung verlangten eine Neuausrichtung: Das Angebot müsse «bedarfsorientiert» definiert werden – und den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen Rechnung tragen. 

Abklärungen mit der Ärzteschaft laufen

Deshalb passt der Kanton nun das Leistungsangebot im Hinblick auf den Neubau im Entlebuch an. So sind für das Spital Wolhusen im Rahmen der Gesamtstrategie zwei Schwerpunkte vorgesehen: Die Orthopädie und die Rehabilitation.
Zudem soll zwar die Geburtshilfe weiterhin angeboten werden. Es wird nun aber mit der Ärzteschaft aus dem Einzugsgebiet abgeklärt, ob ausschliesslich hebammen-geleitete Geburten möglich sind, wie in der Mitteilung zu lesen steht. 

Regierung will Vorhalteleistungen erhöhen

Die Regierung bekennt sich aber klar zum Standort Wolhusen und zum Neubau. Das Spital habe «einen grossen Stellenwert». Und zwar als «Dreh- und Angelpunkt der regionalen Gesundheitsversorgung». Deshalb wolle der Kanton auch die gemeinwirtschaftlichen Leistungen zur Deckung des Defizits in Wolhusen erhöhen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. 
Folgendes Angebot ist in Wolhusen geplant:
  • Tagesklinik für unterschiedliche Fachgebieten, inklusive OP-Zentrum, Notfall rund um die Uhr, Rettungsdienst, Heli-Landeplatz (allenfalls in Verbindung als Rega-Einsatzbasis)
  • Orthopädie mit Schwerpunkt Gelenkersatz
  • Rehabilitationszentrum mit Schwerpunkt muskuloskelettale Reha
  • Betten für stationäre Patienten nach einer chirurgischen oder internistischen Behandlung (diese sind in Absprache mit den Zuweisenden noch zu erarbeiten)
  • Geburtshilfe
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