Kantonsspital Baden mit Schweizer Premiere

Das Kantonsspital Baden (KSB) ist neu das bislang erste und einzige Referenzzentrum für Hernien-Chirurgie in der Schweiz.

, 22. November 2018 um 06:00
image
Das Kantonsspital Baden (KSB) erhält eine Zertifizierung für Hernien-Chirurgie, verliehen durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Damit ist das KSB das erste und bislang einzige Referenzzentrum für Hernien-Chirurgie in der Schweiz.
«Das Zertifizierungsverfahren war äusserst anspruchsvoll. Umso erfreuter sind wir, dass wir die Zertifizierung ohne Auflagen erreicht haben», sagte Antonio Nocito, Direktor des Departementes Chirurgie am KSB. Das sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Eine von neun Kliniken 

Besonders gut schnitt das KSB laut eigenen Angaben bei den Komplikationsraten ab, wo es Werte weit unter dem Durchschnitt vorweisen kann. Insgesamt gibt es im deutschen Sprachraum neun Kliniken mit der höchsten Zertifikatsform für Hernien-Chirurgie.
Um ein solches Gütesiegel zu erhalten, muss eine Klinik in Bereichen wie beispielsweise OP-Infrastruktur, Fallzahlen, Komplexität der Eingriffe und Qualitätsstandards höchsten Ansprüchen genügen.

Hernieneingriffe live im Hörsaal

Bauchwandbrüche, wie Hernien auch genannt werden, gehören zu den häufigsten chirurgischen Problemfeldern. Die Hernien-Chirurgie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer wichtigen Subspezialität der Viszeralchirurgie entwickelt. Nocito und sein Team nehmen am KSB jährlich rund 600 Hernien-Operationen vor. 
Als Referenzzentrum werde das KSB auch im Bereich Forschung und Lehre eine bedeutende Rolle spielen: Derzeit seien zwei hernienspezifische Studien im Gang und am 28. November 2018 finde eine Weiterbildung für Ärzte statt. Dabei werden erstmals laparoskopische Hernieneingriffe live in den Hörsaal übertragen.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

«Eine frühzeitige Blutverdünnung nach einem Schlaganfall ist sicher und wirksam»

Im Interview erklärt Neurologe Urs Fischer, Chefarzt am Inselspital Bern, was die Ergebnisse der CATALYST-Studie für die klinische Praxis bedeuten – und warum alte Leitlinien überdacht werden sollten.

image

Das Ludwig-Institut bleibt in Lausanne

Zehn Jahre nach der Gründung der Partnerschaft mit dem CHUV und der Uni Lausanne wird das Ludwig-Institut in die Universität integriert. Es soll mehr über Immuntherapie und Tumor-Mikroumgebung geforscht werden.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

«Vor den Kopf gestossen»: Viszeralchirurgen kritisieren Kongressausschluss

Die Gesellschaft für Gastroenterologie beendet eine jahrzehntelange Zusammenarbeit abrupt. Viszeralchirurg Urs Zingg sieht darin einen «Schritt zurück ins eigene Schneckenhaus.»

image

«Wir erreichen heute Areale, die früher unzugänglich waren»

Thomas Gaisl vom USZ über Präzisionsgewinne, Patientennutzen und technische Grenzen der robotisch-assistierten Bronchoskopie – das Interview.

image

HUG: Neue Co-Leitung für Adipositas und bariatrische Chirurgie

Laurence Genton Graf und Minoa Jung übernehmen die Leitung des entsprechenden Zentrums am Universitätsspital Genf.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.