Kanton beschlagnahmt Privatklinik

Der Kanton Freiburg kann im Zuge der Coronavirus-Krise über Personal, Material und Infrastruktur der Privatkliniken verfügen - und die Ressourcen verteilen.

, 23. März 2020 um 07:13
image
Die Freiburger Regierung hat eine Verordnung beschlossen, welche ihr erlaubt, über das Personal und Material der zwei Privatkliniken in der Stadt Freiburg zu verfügen. Die Ressourcen, etwa Desinfektionsmittel, Masken und Medizinbekleidung, kann die Regierung je nach gesundheitlichen Prioritäten verteilen. Damit soll der erwartete Ansturm an Corona-Patienten bewältigt werden können.
Die Clinique Générale von Swiss Medical Network (SMN) wird im Zuge dieser Verfügung geschlossen. Die letzten Patienten haben das Spital am Sonntag verlassen. Und die 40 Pflegefachleute werden das Personal im Kantonsspital Freiburg (HFR) unterstützen, wo die 12 Betten in der Intensivstation auf 50 erhöht werden sollen. Gleichzeitig wird die Geburtsabteilung des Kantonsspitals in die Privatklinik Daler verlegt. Auch die Chirurgie soll in das Daler verlegt werden.

Öffentliche und private Spitäler zur Zusammenarbeit verpflichtet

In der Verordnung des Bundesrates steht, dass die Kantone private Spitäler und Kliniken verpflichten können, ihre Kapazitäten für die Aufnahme von Patienten zur Verfügung zu stellen. Auch der Kanton Aargau hat inzwischen Massnahmen zur Verteilung und Triagierung angeordnet: Intensivpflichtige Behandlung werden mit erhöhter Kapazität in den beiden Kantonsspitälern, in der Hirslanden-Klinik Aarau und im Spital Muri durchgeführt. Alle Spitäler mit Leistungsauftrag sind zudem verpflichtet, Covid-19-Patienten aufzunehmen, inklusive Reha-Kliniken und Psychiatriespitäler.
Auch im Kanton Genf verpflichten sich die Unikliniken (HUG), das Notfallnetzwerk und die Privatkliniken zur Zusammenarbeit, um die Corona-Krise bestmöglich zu meistern. Vorübergehend werden wie auch in anderen Kantonen nur Eingriffe durchgeführt, die nicht um mehr als drei Monate verschoben werden können. Chirurgen im Kanton Genf dürfen laut einer Mitteilung in den verfügbaren Operationssälen im Kanton Genf praktizieren. Und alle verfügbaren Pflegekräfte und Ärzte können in andere Spitäler und Kliniken zugewiesen werden. 

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

LUKS Gruppe: «Optimierung aller Arbeitsprozesse»

Das Jahresergebnis des Zentralschweizer Spitalkonzerns lag 2023 über dem Branchenschnitt.

image

Regionalspital Surselva: Schneearmer Winter

Das Spital in Ilanz betreute im letzten Jahr weniger stationäre und ambulante Patienten. Dies trug zum Verlust bei.

image

USB: Rechtsstreit abgewendet, 300 Millionen bewilligt

Über ein Millionen-Darlehen ans Unispital war ein Streit zwischen dem Kanton und den Basler Privatspitälern entflammt.

image

Das Spital Uster kehrt in die Gewinnzone zurück

Eine Fusion mit dem angeschlagenen Nachbarspital Wetzikon stehe nun nicht mehr zur Diskussion.

image

Neue Direktorin für das Spital Nidwalden

Ursina Pajarola ist ab Oktober die Direktorin des Spitals Nidwalden. Sie leitet derzeit noch eine Altersresidenz.

image

Deshalb bauten die Stararchitekten das neue Kispi

Seid ihr noch bei Trost, fragte sich ein SVP-Politiker beim Anblick des neuen Kinderspitals Zürich. Es gibt aber Gründe für den exklusiven Bau.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.