Sebastian Walther und Katharina Stegmayer von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) konnten zeigen, dass ungefähr die Hälfte aller Schizophrenie-Patienten an einer Störung der Gestik leidet.
Dabei konnten die Forscher erstmals nachweisen, dass die Defizite sowohl die Wahrnehmung und Deutung der Gesten als auch deren Ausübung betreffen und dass diese Faktoren untereinander kausal zusammenhängen.
Die Erkenntnisse sind nicht nur für die Schizophrenie-Forschung von grosser Bedeutung; auch bei anderen neurologischen Erkrankungen gibt es Störungen der Gestik, die mit dem Gestennetzwerk im Gehirn zusammenhängen.
Der Forschungspreis der Schweizerischen Hirnliga wird alle zwei Jahre verliehen und ging diesmal zum ersten Mal überhaupt an die Psychiatrie. Die Preissumme von 20'000 Franken soll zur weiteren Erforschung der nonverbalen Kommunikation bei Schizophrenie-Patienten eingesetzt werden. Anhand der Erkenntnisse sollen spezifische Therapien entwickelt werden, wie es in einer
Mitteilung heisst.