Die Krankenkassenprämien steigen: Dies wird jedes Jahr im Herbst auf Neue bekannt – und bevor das BAG jeweils die Erhöhungen fürs Folgejahr bekannt gibt, bringen sich bereits die Gesundheitsakteure mit Erklärungen in Position.
Der Krankenkassenverband Santésuisse hat nun neue Daten veröffentlicht, welche das Kostenwachstum aufzeigen und die wichtigsten Faktoren dazu benennen.
Danach stiegen die Kosten in der Grundversicherung im ersten Halbjahr um 4,3 Prozent pro Person – nachdem das Plus im Vorjahr 3,9 Prozent betragen hatte.
En detail stellt sich das Bild laut Santésuisse so dar:
- Die grösste Kostenzunahme war 2015 bei den Ärzten mit eigener Praxis zu verzeichnen: Sie erreichte +5,7 Prozent pro versicherte Person.
- Die von den Spitälern erbrachten ambulanten Behandlungen stiegen um 3,2 Prozent pro versicherte Person.
- Die (von den Kantonen mitfinanzierten) Kosten im stationären Spitalbereich stiegen 2015 um 1,9 Prozent pro Person.
- Die gesamten Medikamentenkosten kletterten letztes Jahr wieder um 5,3 Prozent – dies, nachdem im Vorjahr 2014 noch eine Dämpfung auf +1,8 Prozent erreicht worden war.
- Die Kosten der Apotheken wuchsen 2015 um 5,1 Prozent pro versicherte Person.
Angesichts der Bedeutung nimmt Santésuisse natürlich die Kosten im ambulanten Arzt- und Spitalbereich auf Korn: Sie machen zusammen knapp ein Viertel der gesamten Gesundheitskosten aus und werden vollumfänglich durch die Prämienzahler gedeckt. Und eben: Hier war das Wachstum vergleichsweise deutlich.
Hauptschuld: Mengenausweitungen
Laut Santésuisse seien vor allem Mengenausweitungen schuld daran. Bei den Medikamenten liege das Problem indessen bei unterbliebenen Preisanpassungen und fehlenden Regelungen für tiefere Generikapreise.
«Santésuisse fordert griffige Massnahmen, um den Trend beim Kostenwachstum zu brechen», sagt Verbands-Direktorin Verena Nold. «Die Rezepte gegen den Kostenanstieg liegen vor. Zum Beispiel sollten bei den Ärzten häufige Routineeingriffe nur noch mit Pauschalen vergütet und der Vertragszwang gelockert werden. Bei den Medikamenten sollte ein Festbetragssystem für Generika eingeführt werden.»