Fallkostenvergleich: Erstmals sinkende Fallkosten

Bülach ist im Kanton Zürich das kostengünstigste Spital. Der Unterschied zum kostenintensivsten Spital beträgt noch etwas über 2'100 Franken.

, 8. Juli 2019 um 08:52
image
  • spital
  • fallkosten
  • drg
  • spital bülach
Seit der revidierten Spitalfinanzierung von 2012 verzeichnet der Kanton Zürich erstmals einen Rückgang der durchschnittlichen Fallkosten. Die Mehrheit der Spitäler im Kanton Zürich konnten ihre Fallkosten und die Totalkosten senken. Insgesamt um 38 Millionen Franken.
Weil die Kostensenkungen das Wachstum der schweregradbereinigten Fallzahl übertreffen, resultiert 2018 ein Rückgang der durchschnittlichen Fallkosten um 2,3 Prozent. Im Vorjahr wurde noch ein Wachstum von 1.4 Prozent gemessen. 

Ambulantisierung als Hauptgrund

Die Hauptgründe sind erwartungsgemäss die Verlagerung von Behandlungen in den ambulanten Bereich – und Sparmassnahmen der Spitäler, wie die Zürcher Gesundheitsdirektion am Montag mitteilt. 
Der jährlich veröffentlichte schweregradbereinigte Fallkostenvergleich für stationäre Behandlungen umfasst wie in den Vorjahren 19 Zürcher Spitäler. Diese haben jeweils mindestens 200 Patienten akutsomatisch behandelt.

Kostenschere schliesst sich  

Die Analyse zeigt weiter: Während der Unterschied zwischen dem kostengünstigsten und dem kostenintensivsten Spital 2017 noch bei 3'056 Franken gelegen ist, so beträgt die Kostenschere 2018 nur noch 2'110 Franken. 
Gründe für dieses Zusammenrücken sind laut der Mitteilung auf der einen Seite Sparmassnahmen bei den kostenintensivsten Spitälern. Auf der anderen Seite hätten die ehemals kostengünstigsten Spitäler trotz rückläufigen Fallzahlen ihre Totalkosten nicht zu senken vermocht. Dies betreffe vor allem kleinere Spitäler mit spezialisiertem Leistungsangebot.
image
Fallkosten und der durchschnittliche Schweregrad pro Spital. | Kanton Zürich
image

Kapazität und Strategie anpassen

Insbesondere die Spitäler mit steigenden Fallkosten seien weiterhin stark gefordert, ihre Kapazitätsplanung und gegebenenfalls Strategie aufgrund des erwarteten Fortschreitens der Ambulantisierung anzupassen, schreibt die Gesundheitsdirektion weiter. 
Erstmals werden auch die Fallkosten sowohl der Spezialkliniken Susenberg und Lengg als auch der Universitätsspitälern USZ und Kinderspital veröffentlicht. Während die Spitäler Susenberg, Lengg und das Kinderspital relativ zum Vorjahr leicht tiefere Fallkosten ausweisen, halten sich diese im USZ auf konstantem Niveau.
image
Fallkosten und der durchschnittliche Schweregrad pro Spital. | Kanton Zürich
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

Zürcher Spitäler: Leichte Erholung bei den Fallkosten

Die durchschnittlichen Fallkosten der Zürcher Akutspitäler blieben 2024 nahezu konstant, während die Patientenzahl deutlich anstieg.

image

Interprofessionelle Visiten auf dem Prüfstand

Die Visiten werden geschätzt, aber nicht alle Beteiligten sind gleich zufrieden. Vor allem die Pflege bemängelt ihre Einbindung und sichtet Verbesserungs-Chancen. Dies zeigt eine Umfrage in Schweizer Spitälern.

image

Neuer Chefarzt an der Klinik für den Bewegungsapparat in Bülach

Taro Beisler übernimmt die Co-Leitung der Orthopädie am Spital Bülach. Der Spezialist für Hüft- und Kniegelenke kommt aus Bayern.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.