Medizinische Notfälle während eines Fluges sind selten: Sie treten bei etwa einem pro 604 Flügen auf. Dies entspricht zwischen 24 und 130 Vorfällen pro einer Million Flugpassagiere. Oftmals werden zufällig anwesende Ärzte oder Ärztinnen darum gebeten, die Flugbesatzung für die Betreuung des betroffenen Fluggastes zu unterstützen.
Ein Team um Christian Martin-Gill von der Abteilung für Notfallmedizin der Universität of Pittsburgh Medical Center hat nun Handlungsleitlinien für medizinisches Fachpersonal über den Wolken erarbeitet. Denn viele Ärzte haben in dieser speziellen Umgebung mit begrenzten medizinischen Ressourcen nur wenig Erfahrung. Die Studienautoren geben dabei auch einen Einblick in die häufigsten Notfallereignisse auf 10'000 Metern Flughöhe.
- Synkope / Beinahe-Synkope (33 Prozent)
- gastrointestinale Ursachen (15 Prozent)
- respiratorische Symptome (10 Prozent)
- kardiovaskuläre Ereignisse (7 Prozent)
- Trauma (5 Prozent)
Weniger häufig sind: schlaganfallähnliche Symptome, Anfälle, psychiatrische Störungen, Substanzmissbrauch, allergische Reaktionen, Notfälle Geburtshilfe und Herzstillstand.
Ärzte als Teil eines Teams
Die medizinische Ausstattung, um auf Notfälle reagieren zu können, variiert zwischen den einzelnen Ländern und Fluggesellschaften zum Teil erheblich. Dazu gehören minimal Notfall-Kits für einfachste Basisdiagnostik sowie Verbandmaterial, Material für das Legen eines venösen Zuganges und zum Teil eine Grundausstattung an Standard-Medikamenten.
Die Autoren stellen klar: Ärztinnen oder Ärzte, die an Bord eines Flugzeuges um Hilfe gebeten werden, werden je nach fachlicher Spezialisierung in der Regel als Teil eines Teams tätig. Dieses besteht aus dem Begleitpersonal an Bord des Flugzeuges und auch aus dem medizinischen Bodenpersonal, welches im Idealfall über Funk alle Massnahmen und Interventionen an Bord leitet.
Handlungsleitlinien für Ärzte. | Jama
Christian Martin-Gill et al.: «In-Flight Medical Emergencies», in: «Jama», 25. Dezember 2018 (Abstract)