Der Kanton St. Gallen hat gegen seinen Amtsarzt Rainer Schregel, der in Wattwil auch eine Medbase-Praxis leitet, ein Verfahren eingeleitet und diesen vorsorglich freigestellt. Als Grund für die Massnahmen schreibt der Kanton folgendes: «Am 12. August 2020 berichteten Medien über inhaltlich fragwürdige und politisch heikle Äusserungen von Rainer Schregel in den sozialen Medien. Seine Äusserungen richteten sich gegen die behördlichen Corona-Massnahmen. Als Reaktion auf die Berichterstattung griff der Amtsarzt die Journalistin in den sozialen Medien massiv an.»
Im erwähnten Zeitungsbericht vom Mittwoch hatte das «St. Galler Tagblatt» Schregels im Internet veröffentlichte Aussagen thematisiert. Schregel stellt dort unter anderem in Abrede, dass die wissenschaftlichen Fakten zur Corona-Krise stimmen. Zudem verglich Schregel die Corona-Maskenpflicht mit Kindsmisshandlung und Verglich die Corona-Massnahmen mit dem Nazi-Regime. Schregel sei zudem ein gerngesehener Gast auf dubiosen Youtube-Sendern, schreibt das «Tagblatt» weiter.
Journalistin online angegriffen
Nach der Veröffentlichung des Textes griff Schregel die Journalistin auf seiner Facebook-Seite an und verwendete auch hier einen Nazi-Vergleich.
Das war dem Kanton nun definitiv zu viel. Er schreibt: «Amtsärztinnen und Amtsärzte haben im Kanton St.Gallen eine besondere Visibilität, denn sie sind Amtspersonen, welche den Staat vertreten. Aus diesem Grund wird von den Amtsärztinnen und Amtsärzten auch eine Sensibilität in Bezug auf ihre Doppelrolle (Amtsperson vs. Privatperson) und ihre Äusserungen in der Öffentlichkeit erwartet. Das Verhalten in den sozialen Medien ist aus Sicht des Gesundheitsdepartementes mit dem Amt als Amtsarzt nicht vereinbar.»
Nachtrag zu Medbase
Am Freitagnachmittag teilte Medbase gemäss Medienberichten mit, die Zusammenarbeit mir Schregel beendet zu haben.