Ärzte erhalten finanziellen Anreiz für Corona-Impfungen

Neben der normalen Bezahlung wird den Arztpraxen vier Wochen lang 50 Franken pro Impfung als «Motivationsbeitrag» vergütet.

, 9. November 2021 um 08:00
image
  • praxis
  • coronavirus
  • zug
  • nationale impfwoche
Zusätzlich zur Tarmed-Vergütung gibt es im Rahmen der nationalen Impfwoche im Kanton Zug «für jeden vereinbarten Impftermin oder für jede in einer Arztpraxis durchgeführte Impfung 50 Franken als Motivationsbeitrag vergütet». Dies berichtet das Nachrichtenportal «Infosperber» und verweist dabei auf ein Schreiben des Zuger Kantonsarztes Rudolf Hauri.
Wenn Praxisassistentinnen zudem die Praxis-Kundschaft telefonisch fragen, ob sie geimpft sind, und Ungeimpfte dann beraten, erhalten die Praxen pro «Beratungstelefon» 3 Franken vergütet. Über die geführten Beratungsgespräche sowie über die vermittelten oder ausgeführten Impfungen müssten die Praxen lediglich eine «Strichliste» führen. 

Bereits bei der Masernimpfquote angewandt

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug bestätigt gegenüber Medinside die Aktivität im Rahmen der nationalen 100-Millionen-Franken-Impfoffensive. Für jedes Beratungsgespräch zum Thema Corona-Impfung werde ein Betrag von 3 Franken ausbezahlt; wenn sich eine ungeimpfte Person in der Folge vor Ort impfen lasse oder sich für die Impfung anmelde, würden 50 Franken ausbezahlt.
Der Kanton Zug habe in der Vergangenheit dieses Vorgehen bereits «erfolgreich» für die Erhöhung der Masernimpfquote unter Kindern angewandt. «Durch diese Erfahrung sind wir in unserer Annahme bestätigt worden, dass Hausärztinnen und Hausärzte viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung geniessen und deshalb einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, die Impfquoten zu erhöhen.»
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Ein Oensinger Gesundheitszentrum betreibt den ersten «Medicomat» in der Schweiz

Das Gerät im Vitasphère-Gesundheitszentrum funktioniert wie ein Getränkeautomat. Doch statt Flaschen gibt der Automat rund um die Uhr Medikamente heraus.

image

Fünf goldene Regeln, wie Ärzte den Patienten Zahlen verständlich machen

Laborwerte, Risiken, Therapieeffekte – viele Aufklärungsgespräche scheitern an medizinischen Zahlen. Doch wie erläutert man, was eine Behandlung bringt? Ein Vorschlag.

image
Gastbeitrag von Esther Wiesendanger

Da sind steigende Gesundheitskosten ja nur logisch

Getrennte Apotheken in Gruppenpraxen, Impfverbote in der Pflege, teure Zusatzkontrollen: Groteske Behörden- und Kassenentscheide lähmen die Versorgung. Sind wir Ärzte eigentlich Komiker?

image

Arzt sein mit Sinn – das ist Medbase.

Der ärztliche Beruf verändert sich – und mit ihm die Erwartungen. Viele Ärztinnen und Ärzte suchen heute mehr als nur eine Anstellung: Sie suchen Wirksamkeit, Gestaltungsspielraum und ein Umfeld, das ihre Werte teilt.

image

Für die Zweitmeinung zu Dr. KI? Kein Problem.

Die meisten Menschen können sich vorstellen, medizinischen Rat bei einem Chatbot zu holen. Und eine klare Mehrheit findet, dass die Ärzte KI-Unterstützung haben sollten. Dies besagt eine Erhebung in Deutschland.

image

Hoher Blutdruck? Setzt auf die Apotheker!

Eine Metastudie ging der Frage nach, welche medizinischen Fachleute die nachhaltigste Verbesserung bei Hypertonie-Patienten erreichen.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.