Die Vorstellung, dass irgendwelche Computer ärztliche Aufgaben übernehmen, schreckt offenbar nicht allzu sehr ab. Dies besagt jedenfalls eine repräsentative Umfrage,
die soeben in Deutschland veröffentlicht wurde. Danach beurteilen 71 Prozent der Menschen den Einsatz von KI im Gesundheitswesen positiv, 27 Prozent sogar «sehr positiv».
Und bereits 45 Prozent greifen selber zu KI-gestützten Anwendungen, um gesundheitliche Fragen zu klären.
Die Erhebung wurde unter 1’145 repräsentativ ausgesuchten Personen durchgeführt, beauftragt vom Digitalverband Bitkom.
Die Umfrage deutet eine gewisse Akzentverschiebung an: Sie zeigt, dass digitale Angebote mit KI einen noch stärkeren Einfluss auf das Gesundheitsmanagement der Bevölkerung gewinnen könnten. So sagte die Hälfte der KI-Nutzer aus, dass sie ihre Symptome mit KI-Chatbots besser verstünden als bei der herkömmlichen Internetsuche.
Und ein Drittel (30 Prozent) befand, dass KI-Antworten ähnlich wertvoll sind wie die Zweitmeinung einer Ärztin oder eines Arztes.
Angaben in Prozent — Grafik: Bitkom (aus der zitierten Studie)
Mehr noch: 16 Prozent haben schon einmal eine ärztliche Empfehlung nicht befolgt, weil sie eher dem KI-Chatbot vertrauten.
Dazu passt eine andere Aussage: Knapp die Hälfte (48 Prozent) denkt auch, eine KI könne in bestimmten Fällen bessere Diagnosen stellen als eine Ärztin oder ein Arzt aus Fleisch und Blut.
Wenig erstaunlich ist ein anderes Ergebnis: Praktisch niemandem (4 Prozent) geht die Digitalisierung des Gesundheitswesens zu schnell. Und nur 15 Prozent können sich keine sinnvolle Nutzung von KI im Gesundheitswesen vorstellen.
Konkret halten schon drei Viertel der Befragten (74 Prozent) KI für sinnvoll, um eine Zweitmeinung einzuholen. Fast gleich viele (72 Prozent) sehen sie als gutes Hilfsmittel für die Erstellung von Diagnosen und Therapieempfehlungen. Und auch bei der Früherkennung von Krankheiten wie Krebs (64 Prozent) und der Analyse von Röntgen- oder CT-Bildern (59 Prozent) stösst KI auf erhebliches Vertrauen. Chatbots für medizinische Fragen würden 43 Prozent als hilfreich erachten.
Die Hauptsorgen betreffen das Thema Datenmissbrauch (71 Prozent) sowie eine geringere menschliche Zuwendung in der Behandlung (69 Prozent).
Und immerhin: Eine Mehrheit der Befragten (56 Prozent) befürchtet auch Fehlentscheidungen durch KI.