In gut einem Jahr werden die Schweizer Ärztinnen und Ärzte wohl nach dem neue Arzttarif Tardoc abrechnen. Die Ärzteverbindung FMH hat der neusten Version zugestimmt. Und sie ist auch mit der Forderung des Bundesrats einverstanden, dass die neuen Tarife unter dem Strich nicht zu Mehrkosten führen.
Immer noch nicht zufrieden
Doch wie Medinside
im April berichtete, ist die FMH ist mit den zusätzlich geplanten ambulanten Pauschaltarifen nicht zufrieden.
Grundsätzlich findet die Ärzteverbindung ambulante Pauschalen für medizinische Leistungen, die klar abgrenzbar sind, sinnvoll. Aber: «Aus Sicht der FMH ist das Pauschalensystem in der vorliegenden Form deutlich zu umfangreich und weist in vielen Bereichen noch konzeptionelle Lücken auf». Die Organisation verweigert den Pauschalen deshalb die Unterstützung.
So geht es weiter
Das Nein der FMH dürfte allerdings keinen grossen Einfluss haben. Denn es reicht, wenn mindestens ein Krankenkassenverband und mindestens ein Leistungserbringer die Pauschalen unterstützt. Mit Santésuisse und den Spitalverband Hplus hat das Pauschalensystem bereits genug Zustimmung erreicht.
Die FMH schreibt denn auch: «Im Hinblick auf die zwei separaten Genehmigungsgesuche sichern sich die Tarifpartner im gemeinsamen Schreiben zuhanden des Bundesrates die gegenseitige Anerkennung der genehmigten ambulanten Tarifstrukturen zu.»
Es gäbe eine FMH-Version
Die FMH will keinen Scherbenhaufen anrichten. Im April schlug die FMH eine ihr genehme Version der Pauschaltarife vor: Und zwar wollte sie die ambulanten Pauschalen vorerst auf jene wenigen Eingriffe zu beschränken, bei welchen der Bund nur die ambulante Durchführung vergütet. Damit würden sich laut FMH immerhin über 70 ambulante Pauschalen aus dem neuen Pauschalensystem ableiten lassen.
Die neue Organisation Ambulante Arzttarife (OAAT)
Seit einem Jahr gibt es eine neue Organisation, die sich um die ambulanten Arzttarife kümmert: Die Organisation Ambulante Arzttarife oder kurz: OAAT. Darin zusammengeschlossen sind die beiden Krankenkassenverbände Curafutura und Santésuisse, der Spitalverband Hplus, die Ärzteverbindung FMH und die Medizinal-Tarif-Kommission MTK.
Nur noch eine Organisation
Ab nächstem Jahr werden nicht mehr die einzelnen Verbände, sondern nur noch die gemeinsame OAAT die neuen Tarifstrukturen erarbeiten und überwachen. Die bisherigen Tariforganisationen ATS-TMS und Solutions Tarifaires Suisse (STS) werden in zwei Monaten aufgelöst.