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Antidiabetika mit Zusatzindikationen – auch ohne Diabetes

Diabetes mellitus Typ 2 zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Begleitkrankheiten wie Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, nicht-alkoholische Fettleber, Adipositas und chronische Niereninsuffizienz belasten das T2D und erhöhen die Sterblichkeitsrate.

, 21. Juni 2024 um 20:14
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Die zwei neueren Klassen von Antidiabetika – die «sodium-glucose like transport inhibitors» (SGLT-2 Hemmer) und die «Glukagon-like Peptide Receptor 1 Agonists» (GLP-R1 Agonisten) – führten zu einer signifikanten Verbesserung der Prognose dieser Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus Typ 2 (T2D). Darüber hinaus sind diese Medikamente attraktiv, weil sie mit keinem wesentlichen Risiko für Unterzuckerungen belastet sind.
Wie Prof. Michael Brändle (Chefarzt Department Innere Medizin am Kantonsspital St.Gallen) in seinem viel beachteten Referat am Academic Day von Medisyn vom 31. Mai 2024 zeigte, weisen die genannten Medikamente aber auch einen signifikant positiven Effekt auf die genannten Krankheiten bei Patientinnen und Patienten ohne T2D auf (siehe die Grafik).
Obwohl es quantitative Unterschiede bezüglich der Effektgrösse gibt, sind die positiven Wirkungen wohl sog. Klasseneffekte, d.h. gelten für alle Mitglieder dieser zwei Medikamentenklassen. Vor Verschreibung eines spezifischen Vertreters sollte man aber die entsprechenden Übersichten und Guidelines in Bezug auf die Medikamente der Wahl für die anvisierte Indikation konsultieren.
SGLT-2 Inhibitoren reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Herzinsuffizienz verschlimmert und zur Spitalbehandlung führt, und zwar sowohl bei Herzinsuffizienz mit eingeschränkter und erhaltener Pumpfunktion. Sie verlangsamen auch das Fortschreiten einer diabetischen und nicht-diabetischen chronischen Nierenerkrankung. Zusätzlich wird eine Senkung des Risikos eines symptomatischen Nierensteinleidens sowie eine Verbesserung einer – beispielsweise renalen – Anämie vermutet.
Die GLP-1R Agonisten sind auch ohne Vorliegen eines T2D bei Adipositas, in der Sekundärprävention kardiovaskulärer Komplikationen bei Adipositas, bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion und bei der nicht-alkoholischen Fettleberwirksam. Der gewichtsreduzierende Effekt durch einen nicht nur den GLP-1 Rezeptor aktivierenden, sondern auch den Rezeptoren des glukoseabhängigen insulinotropen Peptides (GIP) aktivierenden dualen Agonisten scheint speziell gross.
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Auf Grund der derzeit vorliegenden Evidenz erscheint es sinnvoll, die GLP-1R Agonisten als erste Wahl bei Adipositas und Risiko für oder bereits etablierte kardiovaskuläre Erkrankungen einzusetzen. SGLT-2 Hemmer sind eine sinnvolle erste Wahl bei Herzinsuffizienz und (nicht-diabetischer) Niereninsuffizienz, die noch nicht allzu stark fortgeschritten ist (Nierenfunktion oder sog. eGFR >30 ml/min).
Für Details der Differentialindikation der beiden Medikamentenklassen beim T2D verweisen wir die Leserinnen und Leser gerne auf die «Swiss recommendations of the society of endocrinology and diabetes for the treatment of type 2 diabetes mellitus (2023)» publiziert in SMW 2023, doi.org/10.571871/smw.2023.40060. Aus dieser Arbeit stammt auch die obenstehende Figur.
Medisyn beschäftigt in der Schweiz rund 600 Mitarbeitende, die sich für das Wohl unserer Kund:innen und deren Patient:innen einsetzen. Hohe Qualitätsansprüche und die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeitenden garantieren die Sicherheit und Aussagekraft unserer Analysen und Testergebnisse. Medisyn bietet Haus- und Fachärzten sowie Spitalkunden das gesamte Spektrum der Routine- und Speziallabormedizin, einschliesslich anatomischer Pathologie und Humangenetik.
Zusammen mit Medisupport, Medica und Dr. Risch bildet Medisyn ein umfassendes Netzwerk von regionalen Labors mit über 40 Standorten in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz.

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