Das wünschen sich die Unispitäler Zürich und Basel für 2023

2022 war voller Herausforderungen und Unsicherheiten. Nun blicken Spitäler und Verbände zurück und verraten ihre Neujahrswünsche. Das ist der 4. Teil unserer Dezember-Serie.

, 27. Dezember 2022, 08:00
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Bild: Freepik
Nach einem von Covid geprägten 2021, waren die Gesundheitsakteure auch 2022 mit zahlreichen Herausforderungen und Unsicherheiten konfrontiert: Coronavirus, Impfstoffe, Kapazitätsengpässe in den Spitälern und Praxen, volle Notfallstationen, Post Covid, neue Spitallisten, Tarifstreits, rote Zahlen, Kostendruck, Strommangel, Wirtschaftskrise und allem voran der Fachkräftemangel sorgten für Schlagzeilen.
Nun neigt sich das Jahr dem Ende zu – der richtige Moment, Bilanz zu ziehen und einen Blick nach vorne zu werfen: Die Redaktion wollte wissen, welches Thema, neben dem Fachkräftemangel, 2022 besonders beschäftigte und was sich Spitäler, Spitalgruppen und Verbände vom Gesundheitswesen Schweiz im 2023 wünschen.

Rückblick und Neujahrswünsche

«Entscheidend ist, dass wir den Bedürfnissen der Mitarbeitenden Rechnung tragen»

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Gregor Zünd, CEO und Vorsitzender der Spitaldirektion. | zvg
Gregor Zünd, CEO und Vorsitzender der Spitaldirektion: «Gleich zu Beginn des Jahres 2022 ist das Universitätsspital Zürich (USZ) in einen grossen Veränderungsprozess gestartet. Mit der Neuorganisation des Ärztlichen Dienstes und der Pflege haben wir eine Struktur geschaffen, die die interprofessionelle Zusammenarbeit und die Führung stärkt. Sie soll uns auch dabei helfen, noch flexibler mit Veränderungen umzugehen und auf allen Ebenen Verantwortung zu übernehmen.
Es ist entscheidend – auch mit Blick auf den Fachkräftemangel – dass wir den gesellschaftlichen Entwicklungen und den sich verändernden Bedürfnissen der Mitarbeitenden Rechnung tragen, Rahmenbedingungen reflektieren und diese anpassen, wo sinnvoll und nötig.
Das ist im finanziell angespannten Umfeld der Gesundheitsbranche eine herausfordernde Aufgabe. Ich bin aber überzeugt: Weiterentwickeln kann sich nur, wer sich bewegt, neue Dinge ausprobiert und aus Erfahrungen lernt.
Wir sind auf gutem Weg und ich bin stolz, Teil dieser engagierten Gemeinschaft zu sein. Für das nächste Jahr wünsche ich mir, dass wir den eingeschlagenen Weg entschieden und mit Überzeugung weitergehen und für das Gesundheitswesen, dass wir gemeinsam mit der Politik Lösungen für die Herausforderungen von heute und morgen finden.»

«Wir verbessern die Arbeitsbedingungen und testen neue Arbeitszeitmodelle»

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Werner Kübler, CEO Universitätsspital Basel. | zvg
Werner Kübler, CEO Universitätsspital Basel: «Das Universitätsspital Basel (USB) hat ein gutes und sehr herausforderndes Jahr hinter sich. Die Nachfrage nach unserer stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung steigt stetig weiter. Nach einem pandemiebedingten Rückgang der Behandlungen im Jahr 2020 verzeichnen wir stark steigende Patient*innenzahlen. Covid-19 und andere Infektionskrankheiten spielen dabei sicher eine Rolle, sind aber nicht der alleinige Grund.
Der an sich erfreuliche Trend stellt uns vor Herausforderungen; so erleben auch wir immer häufiger Kapazitäts-Engpässe.
Das USB begegnet dieser Situation mit einer gut koordinierten Kapazitätsplanung und Massnahmen im Personalbereich. Wichtig ist auch die enge Koordination unter den Spitälern in der Notfallaufnahme. Gleichzeitig treiben wir die Entwicklung des USB voran, um die Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau sicherzustellen:
  • Wir verbessern die Arbeitsbedingungen für das Personal laufend und testen neue Arbeitszeitmodelle.
  • Wir erneuern unseren Campus baulich; das Generationenprojekt stellt die Versorgung am USB für die nächsten Generationen sicher.
  • Wir investieren in Forschung und Lehre und leisten wesentliche Beiträge zum medizinischen Fortschritt zum direkten Patientennutzen.
  • Wir treiben die Digitalisierung voran, welche die Effizienz verbessern werden.
  • Wir prüfen Kooperationen und neue Versorgungsformen.
Für 2023 wünsche ich mir, dass sich Akteure und Politik weiter zusammenraufen, damit gemeinsam Blockaden behoben und wichtige Schritte in die Zukunft unseres Gesundheitssystems proaktiv gestaltet werden.»
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