Pflege: So will der Kanton Waadt seine Spitäler entlasten

Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard hat Reformpläne: Häusliche Pflege soll helfen, teure Spitalaufenthalte bei älteren Menschen zu vermeiden.

, 7. Februar 2017, 08:47
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Der Kanton Waadt will die häusliche Pflege älterer Menschen verstärken. Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard hat am Montag entsprechende Reformpläne vorgelegt. Von dieser «Schweizer Premiere» berichten mehrere französischsprachige Zeitungen (hierhier oder hier).
Das Projekt sieht konkret vier Gesundheitsregionen mit je einem Pflegenetz vor. Diese sollen 24 Stunden und sieben Tage die Woche mit Ärzten und Pflegerinnen zur Verfügung stehen. Damit will Maillard die Spitäler sowie Alters- und Pflegeheime entlasten. Zudem sollen unnötige und kostspielige Spitalaufenthalte vermieden werden.

«Vom Baby-Boom zum Opa-Boom»

Die Anfangsinvestition beziffert Maillard auf rund 50 Millionen Franken – über drei Jahre. Anfang 2019 will die Waadtländer Gesundheitsdirektion mit dem Projekt starten. Die Kosten sollen durch das geringere Wachstum von älteren Patienten in den Spitälern kompensiert werden.
Heute leben im Kanton Waadt 58'000 Menschen über 75 Jahre, im Jahr 2035 dürften es schon 100'000 sein. Vom Baby-Boom sei man heute schon längst beim Opa-Boom angelangt, sagte der Gesundheitsdirektor vor den Medien. Wenn man nicht darauf reagiere, werde das System zusammenbrechen.

«Es gibt keinen Zwang»

Die Menschen bekämen eine grössere Auswahlmöglichkeit, erklärte Stéphanie Monod, Direktorin des Amtes für öffentliche Gesundheit. Einen Zwang werde es aber nicht geben. «Wenn jemand unbedingt ins Spital gehen will, kann er dies auch tun.» Wer aber lieber zu Hause gepflegt werde und wenn aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spreche, für den werde eine entsprechende Betreuung organisiert.
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