Das Produkt von Astrazeneca hilft nicht nur präventiv

Das BAG beschafft weitere Dosen des Arzneimittels Tixagevimab/Cilgavimab von Astrazeneca. Das Produkt soll nicht nur bei präventivem Gebrauch von Nutzen sein.

, 20. Juli 2022, 08:57
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In der Schweiz leben 100'000 bis 200'000 immunsupprimierte Personen. Bei ihnen vermögen auch Corona-Impfungen keinen ausreichenden Immunschutz aufzubauen. Deshalb beschafft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) spezielle Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19.
Wie am 10. März 2022 hier vermeldet, hat das BAG mit Astrazeneca Schweiz einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet und Medikamente mit dem Wirkstoff Tixagevimab und Cilgavimab bestellt.

Was neuere Studien zeigen

Ursprünglich sollte das Medikament nur für den präventiven Gebrauch eingesetzt werden. Laut BAG zeigen nun neuere Studien, dass dieses Arzneimittel auch bei der Behandlung von bereits an Covid-19 erkrankten Personen wirksam ist. 
Um diese Patientinnen und Patienten ebenfalls behandeln zu können, will das BAG rund 1200 Dosen zusätzliche Dosen beschaffen. Der entsprechende Vertrag mit Astrazeneca ist unterschrieben worden, wie das BAG am Mittwoch mitteilt.
Dieses Arzneimittel ist laut BAG derzeit nicht zugelassen, könne aber, gestützt auf die Covid-19-Verordnung 3, bereits während eines laufenden Zulassungsverfahrens zur Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten angewendet werden.
Gemäss einer Mitteilung von Astrazeneca soll die Therapie  im August verfügbar sein und neben der Prophylaxe neu auch für die  Behandlung von Patientinnen mit Covid19- Symptomen eingesetzt werden. 
Die Covid-19-Verordnung 3 sieht Ausnahmen von üblichen Zulassungsverfahren vor, wenn das betreffende Arzneimittel aufgrund der verfügbaren Daten zur Verhütung und Bekämpfung von Covid-19 dient.
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