Spital Thurgau: Höherer Gewinn, tiefere Personalfluktuation

Man spüre die Rekrutierungs-Probleme weniger als andere Häuser, schreibt die Kantonsspital-Gruppe bei der Veröffentlichung des Jahresberichts 2015.

, 18. Mai 2016, 08:19
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Die Spital Thurgau AG verbuchte im letzten Jahr einen höheren Gewinn von 4,8 Millionen Franken. Dazu trug – einerseits – die Zunahme der Patientenzahlen bei. 
Konkret: Im ambulanten Bereich wurden gut 1,7 Prozent mehr Leistungen erbracht. Und die behandelten stationären Fälle stiegen in den beiden Akuthäusern (Kantonsspital Frauenfeld, Kantonsspital Münsterlingen) um 1,9 Prozent sowie in der Rehabilitation um über 17 Prozent. In der Psychiatrie blieben sie wegen der Mengenbegrenzung durch den Kanton konstant. Insgesamt betreute die Thurgauer Spitalgruppe damit knapp 31'000 Patienten stationär.

76 Stellen neu geschaffen

Am Ende ergab sich bei einem Umsatz von 495 Millionen Franken ein Betriebserfolg (EBIT) von 3,8 Millionen Franken. Zum höheren Gewinn 2015 – also zu den erwähnten 4,8 Millionen Franken – trugen auch höhere Finanzerträge bei: Sie lagen bei 1,7 Millionen Franken nach 0,27 Millionen im Vorjahr 2014.
Im Jahresdurchschnitt wies die Spital Thurgau AG 2’340 Vollzeitstellen aus; unter dem Strich wurden 76 Stellen neu geschaffen. Insgesamt arbeiteten 3'153 Personen für das Unternehmen, hinzu kamen 411 Personen in Ausbildung. Die Fluktuationsrate sank letztes Jahr um 1,8 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent.

  • Spital Thurgau AG: Zum Geschäftsbericht und den Statistiken des Geschäftsjahres 2015

In ihrer Mitteilung zum Geschäftsbericht meldet das Spital Thurgau zudem, dass man im Personalbereich offenbar «überdurchschnittlich attraktiv» sei: «Bei der Spital Thurgau spüren wir die bekannten Engpässe im Quervergleich zu anderen Spitälern nach wie vor eher weniger und können insgesamt auch gut rekrutieren». 
Der Aufwand für die Rekrutierung sei allerdings gestiegen, und es dauere oft etwas länger, eine Stelle zu besetzen. Echt schwieriger sei dabei die Verfügbarkeit einiger Spezialisten im Ärztebereich, wenn man zudem auch gewisse Führungseigenschaften voraussetze.
Das Unternehmen hatte in einem beachtlichen Schritt letztes Jahr die Chefarzt-Stelle für die Frauenklinik in Münsterlingen als Jobsharing-Möglichkeit ausgeschrieben. Am Ende wurde die Stelle dann aber doch im Vollzeit-Prinzip besetzt – nachdem 19 Bewerbungen eingegangen waren.
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