Spital Linth übernimmt Hausarztpraxis

Anfang September betreibt das Spital Linth die Uzner Hausarztpraxis von Hans Stocker weiter. Und wieder äussern sich Ärzte in der Region kritisch.

, 22. Mai 2017, 05:00
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Das Regionalspital Linth übernimmt die Hausarztpraxis von Hans Stocker, der sich altershalber aus dem Beruf zurückzieht. Dies meldet die «Zürichsee-Zeitung».
Ärzte in der Region sind damit nicht ganz glücklich: Sie kritisieren, dass dadurch ein Monopol entstehe und Hausärzte aus dem Markt gedrängt würden.

«Einzige Lösung, die ich hatte»

«Spitalärzte arbeiten anders als Hausärzte», sagt etwa Allgemeinpraktiker André Suwanda zur ZSZ. Und: «Durch die Teilnahme grosser Player wird der Beruf des Hausarztes noch unattraktiver».
Hans Stocker findet die Lösung mit dem Spital Linth gut. «Es war aber auch die einzige, die ich hatte», sagte er der Zeitung. Er habe drei Jahre lang einen Nachfolger gesucht.

«Das Hausarztbusiness bleibt dort, wo es ist»

«Wir versuchen, für die Praxis in Uznach Leute zu finden, die sich eine Zukunft in der Hausarztmedizin vorstellen können», wird Urs Graf im Beitrag zitiert, Direktor des Spitals Linth. 
Ziel sei es, die Praxis innert fünf Jahren an Mediziner mit einer «breiten Ausbildung» zu übergeben, so Graf weiter. 
«Wir haben nicht aktiv nach einer Hausarztpraxis gesucht.» Die Übernahme sei ein klassisches Beispiel dafür, wie ein Spital helfe, eine Hausarztpraxis weiterzuführen. «Das Hausarztbusiness bleibt dort, wo es ist.»

Eigene Praxis auch in Jona

Es ist nicht das erste Mal, dass der Vorwurf aufkommt, dass Spital Linth wolle sich ins Geschäft der Hausärzte einmischen. Kritische Äusserungen von Ärzten gab es letzte Woche auch zur geplanten Physiotherapiepraxis des Spitals beim Bahnhof Jona.

Spitäler setzen auf ambulante Ableger:Beispiele eines Trends



  • Das Spital Linth plant im Frühjahr 2017, in Jona eine eigene Arztpraxis sowie eine Physiodependance zu eröffnen.
  • Das Kantonsspital Baselland unterzeichnet im Januar 2017 eine Absichtserklärung mit den SBB: Im Bahnhof Liestal soll ein Gesundheitszentrum eingerichtet werden.
  • Die Hirslanden-Gruppe will im Herbst 2017 nahe der Andreasklinik in Cham auch ein Ärztehaus eröffnen. Hirslanden eröffnete in den letzten Jahren mehrere Praxiszentren, weitere sind geplant. Die jüngste Eröffnung erfolgte im Januar 2016 in Düdingen.
  • Die Spital STS AG wird im Frühjahr 2017 am Bahnhofplatz Thun ein Praxiszentrum mit einer Walk-in-Praxis sowie einer spezialärztlichen Praxis für Gastroenterologie eröffnen.
  • Das Luzerner Kantonsspital plant im Süden der Stadt ein Gesundheitszentrum auf einer Fläche von rund 1'000 Quadratmetern.
  • Das Universitätsspital Zürich plant in der Überbauung «The Circle» am Flughafen eine Notfallstation und Ambulatorien auf rund 10'000 Quadratmetern.
  • Swiss Medical Network beteiligt sich im Januar 2016 mit 40 Prozent am Telemedizin-Unternehmen Medgate, das auch Ärztezentren betreibt.
  • Das Kantonsspital Baselland übernimmt im April 2016 die Praxis «Urologie Kirschgarten» in Basel.
  • Das Kantonsspital Winterthur plant ein Fachärztezentrum in Wallisellen, direkt beim Einkaufszentrum Glatt.
  • Das Spital Bülach übernimmt im Juni 2016 das Airport Medical Center im Zürcher Flughafen.
  • Die Lindenhof-Gruppe übernimmt oder plant bislang Ärztezentren in Laupen, Gurmels, Mühleberg und Schliern.
  • Das Kantonsspital Baden eröffnet im Juni 2016 eine Tagesklinik mit verschiedenen medizinischen Spezialitäten, die zuvor nur in Aarau angeboten worden waren.
  • Das Spital Zollikerberg eröffnete im Oktober 2015 eine Frauen-Permanence beim Bahnhof Stadelhofen in Zürich.
  • Die Spital Thurgau AG übernimmt 2013 eine Hausarztpraxis in Stein am Rhein.

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