Lachen: Patientenrekord sorgt für schwarze Zahlen

40'000 Personen wurden 2021 behandelt; so viele wie noch nie. Nun präsentiert das Spital Lachen seine Finanzzahlen sowie die ersten Visualisierungen des 100-Millionen-Neubaus.

, 28. April 2022, 05:24
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Ein weiteres Spital kehrt in die Gewinnzone zurück: Mit knapp 40'000 Patientinnen und Patienten verzeichnet das Spital im Kanton Schwyz einen Patientenrekord. 6'860 Personen wurden stationär behandelt (plus elf Prozent) und 32'172 Personen (plus 14,6 Prozent) ambulant. 
Neben der Behandlung von Covid-Patienten betrieb das Spital Lachen das ganze Jahr hindurch ein sieben-Tage-Testcenter und baute ad hoc ein Impfzentrum auf.  

Ebitda-Marge von 8,5 Prozent

Diese Leistungen schlagen sich positiv zu Buche: 2021 erwirtschaftet das Spital Lachen einen Ertrag von 115,6 Millionen Franken (plus 14,5 Prozent) und ein Ebitda von 12,8 Millionen, respektive einen Gewinn von 6,967 Millionen Franken. Die Gesellschaft rapportierte 2020 einen Verlust in der Höhe von 62'000 Franken. 
Im guten Ergebnis 2021 sind Covid-Entschädigungen in der Höhe von knapp zwei Millionen Franken enthalten, die aus der ersten Pandemiephase im Jahr 2020 stammten. Betrachtet man die beiden Pandemiejahre zusammen, resultiert eine mittlere Ebitda-Marge von 8,5 Prozent über die letzten zwei Jahre, schreibt das Spital. 
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Quelle: Spital Lachen

Baby-Boom in der Frauenklinik

2021 kamen in der Frauenklinik 555 Kinder zur Welt. Damit verzeichnet das Spital einen neuen Geburtenrekord. Auch die zahlreichen ergänzenden Therapien wie Physio- und Ergotherapien, sowie die Ernährungs- und Diabetesberatung verzeichneten eine Steigerung der Nachfrage. 
Mit 12'643 Patienten liegt die Anzahl der Notfallbehandlungen (stationär und ambulant) auf dem Vorjahresniveau.
Das Spital Lachen beschäftigte Ende Jahr 762 Personen, davon 50 in Ausbildung und ist einer der grössten Arbeitgeber des Kantons. Dies entspricht einem Plus von 47,2 Vollzeitstellen, welche grösstenteils im ad hoc aufgebauten Impfzentrum und im ausgebauten Testzentrum angesiedelt waren.

Neubau geplant

Ein Meilenstein für das Spital Lachen ist die kürzlich erfolgte Baueingabe für das sogenannte Projekt Futura. Für die Gesamterneuerung der Spital-Infrastruktur sind 
  • die Weiternutzung des denkmalgeschützten Altbaus, 
  • der Fortbestand der Gebäude des alten und neuen Rettungsdienstes und
  • ein Neubau parallel zum Spreitenbach geplant. 
Auf dem Spitalareal soll eine Parkanlage für Patienten, Besucher und Anwohner entstehen (siehe Visualisierung unten). 
Im Neubau, der sich unter einem Dach mit dem denkmalgeschützten Altbau in einem Dialog befinden soll, wird die medizinische Versorgung konzentriert (Behandlungsräume, Notfallstation, Operationssäle, Tagesklinik, Pflegebetten und die Intensivpflegestation). Wie das Spital auf Anfrage mitteilt, ändert sich weder an der Anzahl Betten (100) noch am Personalbestand etwas. 
Im Vorfeld zur Baueingabe wurden diverse Abstimmungen mit den kantonalen Ämtern, der Gemeinde Lachen und der Denkmalpflege durchgeführt. Das Spital Lachen finanziert den Neubau in der Höhe von knapp 100 Million Franken aus eigener Kraft und ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand. Gemäss Angaben des Spitals soll es Ende 2027 bezugsbereit sein. 

Visualisierungen Projekt Futura

(Sie können die Bilder mit dem Pfeil in der Mitte des Bildes wechseln)
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Spital im Park lautet das architektonische Motto vom Projekt Futura. Alt und neu im Dialog miteinander.
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