Spitalgruppe FMI kommt aus der Verlustzone

Die Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken hat im vergangenen Jahr eine höhere Ebitdar-Marge erzielt. Zudem ist es zu Veränderungen im Verwaltungsrat gekommen.

, 28. Juni 2022, 06:00
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Im Geschäftsjahr 2021 haben die Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken (FMI) mehr Patientinnen und Patienten behandelt als im Jahr 2020. Die Zahlen von 2019 konnten jedoch noch nicht erreicht werden, teilt die Berner Oberländer Spitalgruppe mit. Bei den ambulanten Fällen verzeichneten die Spitäler zudem einen Rückgang von knapp 3 Prozent.
Insgesamt wurden rund 179 Millionen Franken umgesetzt, das sind rund 5 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich resultiert für 2021 ein Jahresgewinn von rund 2,9 Millionen Franken. Damit erzielte die Spitalgruppe nach dem erstmals negativ ausfallenden Geschäftsergebnis 2020 wieder einen Gewinn. 
Die Ebitdar-Marge lag bei 9.3 Prozent, was einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr von knapp 2 Prozent entspricht.
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Quelle: Geschäftsbericht 2021

Pandemie blieb das vorherrschende Thema

Im vergangenen Jahr blieb die Corona-Pandemie das vorherrschende Thema, wie das Spital weiter schreibt. Auch die Impfungen hätten nicht die «ersehnte Entspannung der Situation» gebracht. «Es machte sich vielmehr eine gesellschaftliche Spaltung zwischen Impfbefürwortern und -gegnern bemerkbar, welche den Arbeitsalltag in unseren Betrieben zusätzlich erschwerte und für alle Beteiligten kräftezehrend war.»
Einschneidend sei auch die Einführung der Zertifikatspflicht für das Gesundheitspersonal Ende November gewesen. Bei den Mitarbeitenden wurden bis Ende Jahr eine Impfquote von rund 82 Prozent erreicht. Für alle Mitarbeitenden, die weder geimpft noch genesen sind, führte das Spital einfach zugängliche Testmöglichkeiten ein.

«Sommerprämie» für Mitarbeitende

Nicht nur die zusätzliche Tätigkeiten und Belastungen waren schwierig, sondern auch mehr stationäre Fälle sowie Bauarbeiten im laufenden Betrieb hätten von den Mitarbeitenden viel abverlangt. Das Spitalunternehmen vergibt deshalb eine «Sommerprämie» von bis zu 500 Franken. Die Höhe werde individuell gemäss Beschäftigungsgrad errechnet und in Form eines Geschenkgutscheins Ende Juni ausbezahlt.
Damit investiere die Berner Oberländer Spitalgruppe einen Teil des Jahresergebnisses in ihre Mitarbeitenden und erfülle die mit den Sozialpartnern anlässlich der Lohnverhandlungen getroffenen Absprachen, steht in der Mitteilung weiter zu lesen. 

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Zwei neue Mitglieder im Verwaltungsrat

Gleichzeitig zu den Geschäftszahlen informiert die Spitalgruppe über personelle Veränderungen im Verwaltungsrat. Infolge Amtszeitbeschränkung scheiden Martin Kistler und Carl Schiesser nach zehn Jahren aus.
Die Nachfolge von Martin Kistler als Vertreter der regionalen Hausärzteschaft tritt Corinne Sydler-Bertschi an. Sie ist Hausärztin im Ärztezentrum Interlaken und studierte Medizin in Bern. In ihrer bisherigen Laufbahn war sie in verschiedenen Praxen und Spitälern im Kanton Bern tätig, davon zwei Jahre im Spital Interlaken. Sie bringe langjährige Erfahrung in der fachlichen und personellen Führung und als Lehrpraktikerin mit und sei aufgrund verschiedener Vorstandstätigkeiten in der Standes- und Gesundheitspolitik gut vernetzt, heisst es.
Auf Carl Schiesser folgt Roland Donzé. Er ist stellvertretender Bankleiter der Bank EKI in Interlaken. Donzé ist diplomierter Bankfachexperte mit einem Master of Business Administration. Nebst dem Finanzwissen bringe er eine breite Erfahrung in Management und Personalwesen mit.
Die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats, Robert Zaugg, Ursula Widmer, Karin Ritschard-Ugi und Daniel Müller, wurden für eine weitere Amtsdauer von einem Jahr wiedergewählt.

  • Geschäftsbericht Spitäler FMI AG 2021

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